Stürze häufigste Verletzungsursache beim Wandern

Drei Viertel aller Verletzungen beim Wandern sind auf Stürze zurückzuführen. Eine aktuelle KfV-Erhebung zeigt: Die Gefahr durch Stürze wird unterschätzt.

Wien (OTS) - Nur jeder zweite Hobbybergsteiger (54%) sieht das größte Risiko beim Wandern in Stürzen durch Stolpern oder Ausrutschen - das zeigt eine aktuelle Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV), bei der 500 in- und ausländische Wanderer im Juli und August in österreichischen Wandergebieten befragt wurden. Tatsächlich sind Stürze die häufigste Verletzungsursache - drei von vier Wanderern stürzen durch Stolpern oder Ausrutschen und müssen im Spital behandelt werden. Klassische Sturzverletzungen sind daher die häufigsten Blessuren: Mehr als ein Viertel (28%) zieht sich Verletzungen am Fußgelenk oder Knöchel zu, jeder Zehnte (11%) verletzt sich am Knie. Stürze durch Stolpern oder Ausrutschen sind häufig auf nicht angemessenes Schuhwerk zurückzuführen. Zwar war ein Großteil der befragten Wanderer mit festen Bergschuhen unterwegs (79%) - 15 Prozent der Wanderer trugen jedoch Turnschuhe oder Sneakers, sechs Prozent hatten Halbschuhe oder Sandalen an. Vor allem jüngere Wanderer bevorzugen einfache Turnschuhe: Jeder Dritte 15- bis 29-Jährige war mit Sneakers oder Turnschuhen im Wandergebiet. "Beim Wandern bewegt man sich auf wechselnden Bodenbeschaffenheiten. Schotterwege können ebenso Teil der Route sein wie morastige Waldwege oder nasse Wiesen. Sicher unterwegs ist daher nur, wer Wanderschuhe mit griffigem Profil trägt. Sie geben auch bei unterschiedlichen Oberflächen Halt", weiß Dr. Anton Dunzendorfer, Bereichsleiter Heim, Freizeit & Sport im KfV.

Eigene Fitness nicht überschätzen

Bergwandern ist ein Ausdauersport, bei dem das Herz-Kreislaufsystem belastet wird. Das ist gesund, wenn die Belastung nicht zu stark ist und es durch regelmäßige Ausübung zu einem Trainingseffekt kommt. Wichtig ist, dass man nicht untrainiert in die Berge geht. Route und Schwierigkeitsgrad sollten an die eigene Fitness angepasst sein. Ein Viertel der Befragten (26%) geht nur zwei- bis dreimal oder seltener pro Jahr wandern oder spazieren. "Gerade Personen, die eher selten oder unregelmäßig Sport betreiben, sollten ihre Kräfte nicht überschätzen. Besonders in fortgeschrittenem Alter sind eine (sport-)medizinische Untersuchung und das Vermeiden von zu langen Belastungen und zu hohen Pulsfrequenzen wichtig", rät Dunzendorfer. Doch nur jeder Zweite der Befragten 60- bis 74-Jährigen (55%) hatte in letzter Zeit eine ärztliche Untersuchung. Um die eigene Pulfrequenz im Auge zu behalten, kann eine Pulsuhr helfen.

Erste Hilfe kann Leben retten

Fast drei Viertel der Befragten (72%) waren in Gruppen von zwei bis vier Personen unterwegs. Jeder zehnte Wanderer war jedoch alleine am Berg. "Bei Verletzungen oder körperlichen Beschwerden können Erste-Hilfe-Maßnahmen entscheidend sein. Am Besten ist es nicht alleine zu wandern. So kann im Ernstfall sofort Hilfe geleistet werden oder gegebenenfalls Hilfe herbeigerufen werden", sagt Dunzendorfer. Jene Wanderer, die in einer Gruppe unterwegs waren, hatten zu drei Viertel selbst einen Erste-Hilfe-Kurs besucht, 43 Prozent der Befragten wussten, dass ein anderes Gruppenmitglied im Notfall helfen kann. 42 Prozent der Wanderer informierten niemanden vorab über ihre Wanderroute oder die geplante Rückkunftszeit. "Auch diese Informationen können im Ernstfall Leben retten. Denn Helfer können nur dann schnell zur Tat schreiten, wenn vermisste Wanderer gemeldet werden und sie Verletzte orten können", schließt Dunzendorfer.

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Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit
Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
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