Wlodkowski: Verlangen von Regierung klares Bekenntnis zu EU-Agrarpolitik

Mit Schwerpunkt Energie leistet Landwirtschaft Beitrag zu Konjunkturpaket

Wien (OTS) - "Wir erwarten uns von der kommenden Bundesregierung
ein klares Bekenntnis zur Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP). Die Regierung muss sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft ein primäres Ziel der EU-Politik bleibt. Das verlangt nicht nur eine entsprechende budgetäre Ausstattung, es sind auch die zentralen Elemente der GAP und der Ländlichen Entwicklung abzusichern. Derzeit besteht nämlich die Gefahr, dass eine einseitig geführte Diskussion über das EU-Budget ab 2013 die umfassenden Leistungen des Agrarsektors völlig verdeckt. Die Landwirtschaft ist jedoch Arbeitsplatzmotor für den gesamten ländlichen Raum, zumal die Investitionen dieses Sektors wesentlich zur Erhaltung von mehr als 500.000 Arbeitsplätzen im vor- und nachgelagerten Bereich beitragen. Angesichts eines dringend notwendigen österreichischen Konjunkturpaketes ist daher eine Stärkung der Investitionskraft der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe direkt wirksam und ein Gebot der Stunde", forderte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich.

Investitionen stärken Wettbewerbsfähigkeit

"Die Landwirtschaft gibt nicht nur mit ihrer Produktionsfunktion, sondern auch mit der sogenannten zweiten Säule, der Ländlichen Entwicklung, kräftige Impulse für Nachhaltigkeit und Arbeitsplätze. Um jedoch im derzeit angespannten wirtschaftlichen Umfeld die Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft zu steigern, ist eine verbesserte Investitionsförderung mit einer Aufstockung der Agrarinvestitionskredite (AIK) nötig. Wir müssen nämlich die Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft weiter optimieren, um alle sich dabei bietenden Chancen offensiv nützen zu können. Denn nur eine investitionsstarke Land- und Forstwirtschaft sichert den Agrarstandort Österreich. Wenn wir genügend innovative, wettbewerbsstarke Betriebe haben, bleibt der ländliche Raum lebendig, wovon alle profitieren. Ein diesbezüglich deutliches Signal sowohl im Konjunkturpaket als auch im nächsten Regierungsübereinkommen hilft sowohl der Landwirtschaft und Umwelt als auch den Arbeitsplätzen und der klein- und mittelständischen Wirtschaft im ländlichen Raum", so Wlodkowski.

Energie ist Schlüsselfrage für Zukunftsbewältigung

"Die Frage der Energiezukunft Österreichs muss ein weiterer Eckpunkt des kommenden Konjunkturpaketes und gleichzeitig ein wesentlicher Schwerpunkt für die Arbeit der neuen Bundesregierung sein. Denn die verstärkte Nutzung erneuerbarer Ressourcen führt zu mehr Energie-Unabhängigkeit, schafft neue Arbeitsplätze und gibt gleichzeitig notwendige Impulse für Forschung und Wirtschaft. Die Landwirtschaft bietet beim schrittweisen Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft, die für eine sichere Energieversorgung Europas unumgänglich ist, ihre tatkräftige Mitarbeit und ihr spezielles Know-how an", unterstrich Wlodkowski.

"Österreich ist im Bereich Biomasse Vorreiter innerhalb der Europäischen Union. Die nächste Regierung muss diese positive Entwicklung fortsetzen und nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie forcieren. Nicht erst seit den Preisexplosionen bei den fossilen Rohstoffen wie Erdöl oder Erdgas haben nachwachsende Rohstoffe und Ökoenergie Zukunft. Im Interesse von mehr Sicherheit und Unabhängigkeit, mehr Klimaschutz und neuen Chancen für Land- und Forstwirtschaft und Öko-Industrie muss die nächste Regierung dieses Thema zu einem ihrer absoluten Schwerpunkte machen", verlangte Wlodkowski die Fortsetzung einer offensiven Strategie in Richtung Ausbau der erneuerbaren Energie. Das sei eine Schlüsselfrage zur Zukunftsbewältigung. Damit leiste die Landwirtschaft auch einen positiven Beitrag zum Konjunkturpaket.

Lebensmittel: Qualität schafft Wertschöpfung

"Die Entwicklung auf den agrarischen Rohstoffmärkten hat alle jene Lügen gestraft, die der Landwirtschaft wegen der gestiegenen Lebensmittelpreise den schwarzen Peter zuschieben wollten. Tatsächlich waren und sind die Energiekosten die wahren Preistreiber, wie jüngste drastische Gas- und Strompreiserhöhungen erneut zeigen. Trotz dieses ökonomisch sehr schwierigen Umfelds konnten heimische Lebensmittel erfolgreich auf nationalen und internationalen Märkten platziert werden. Voraussetzung dafür war und ist eine konsequente Qualitätsproduktion. Diese jedoch ist nicht zum Billigtarif zu haben. Die Positionierung der österreichischen Lebensmittelqualität muss deshalb ein wesentliches Anliegen der kommenden Bundesregierung sein. Denn mit innovativen Betrieben, erfolgreichem Agrarmarketing und starken Erzeugerorganisationen können wir den Anforderungen des Marktes und des Wettbewerbes offensiv begegnen", stellte der LK-Präsident fest.

"Wer angesichts der Tatsache, dass EU-weit weniger als 1% der Budgetausgaben für die Landwirtschaft vorgesehen sind, davon spricht, diesem Sektor noch Geld wegnehmen zu wollen, der will den Bauern wissentlich schaden. Hier erwarten wir von unserer nächsten Regierung bei den nun kommenden EU-Budgetverhandlungen eine ganz klare Haltung. Geld für die Bauern sind keine Geschenke, sondern die Bezahlung von Leistungen, die die Gesellschaft bestellt und der Klimawandel nötig macht. Denn durch die Leistungen unserer Bauern, das stellte vor Kurzem auch die Europäische Kommission fest, werden die Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie gesteigert, die Beschäftigungsqualität in diesen Branchen verbessert und die Lebensqualität und die allgemeinen Beschäftigungschancen in den ländlichen Gebieten erhöht", unterstrich Wlodkowski.
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