ÖPR-Guggenbichler: Wo bleibt hier das Demokratieverständnis?

Österreichischer-Pennäler-Ring und Wiener Korporationsring erschüttert über von sogenannten "Gutmenschen" veranstaltete Diffamierung von anständigen Menschen

Wien (OTS) - "Es ist wieder einmal so weit: Die österreichische Linke macht mobil. Undifferenzierte Worthülsen und Hellseherei werden als Argumentationsgrundlage verwendet, um anständige Menschen und aufrichtige Demokraten zu diffamieren", zeigt sich ÖPR-Vorsitzender Udo Guggenbichler über die Aussendungen des Mauthausenkomitees, der Grünen wie auch der Sozialistischen Jugend erschüttert.

Es sei ungeheuerlich, wie sie von aufrichtigen Demokraten und Vertretern unserer Republik, wie Martin Graf, durch ihre undifferenzierten Äußerungen Bilder zeichnen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Man sollte aufhören, der breiten Öffentlichkeit ein Bild vorzugaukeln, welches nicht der Wahrheit entspreche! Das seien Jahrmarktsmethoden, die in einer sachlich-politischen Auseinandersetzung nichts verloren haben", so Guggenbichler.

Der ÖPR Vorsitzende empfiehlt den Betreibern dieser Kampagne gegen unsere demokratischen Grundwerte dringend, sich mit der Geschichte auseinander zu setzen. Jene Burschenschafter hätten sich immer als vorbildliche Demokraten bewiesen und waren schon 1848 maßgeblich an der Demokratisierung in unseren Breiten beteiligt. Immer dann aber, wenn es der Demokratie schlecht gehe, werden die Korporationen und deren Mitglieder angegriffen, was sowohl unter Metternich im Ständestaat, als auch in der Zeit des Nationalsozialismus zu erleben war. Leider Gottes finden sich auch im dritten Jahrtausend immer wieder Menschen, die versuchen, durch Pauschalverurteilungen die alten autoritären Geister wieder heraufzubeschwören, kritisiert Guggenbichler die öffentlichen Äußerungen der Obengenannten.

Der ÖPR Vorsitzende beanstandet in diesem Zusammenhang auch die Art von öffentlicher Fehlinformation, die hier von einigen betrieben wird. Diese Vorgehensweise habe nur wenige Vorbilder in den letzten 100 Jahren in unseren Breiten. "Aber damals haben Fehlinformation und Propaganda nichts Gutes über unsere Land und dessen Bevölkerung gebracht. Wir sollten alle wissen, wozu diese Art von Meinungsdiktat und öffentlicher Diffamierung von Gruppen führen kann." Die Österreichischen Korporationen, deren Vordenker 1848 für Grundrechte und Freiheiten gekämpft haben, seien alle in genehmigten Vereinen organisiert und haben sich nie etwas zu Schulden kommen lassen.

Wir wehren uns gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Man sollte betrachten, dass gerade in den Korporationen immer wieder jüdische Mitglieder präsent waren, wie zum Beispiel:

Arthur Koestler, Schriftsteller (jüdische akademische Verbindung Unitas Wien), Egon Erwin Kisch, der "rasende Reporter" (pennale Verbindung Normannia Prag, akad. Burschenschaft Saxonia Prag),

Viktor Adler, Arzt, Gründer der SPÖ, Mitgründer des Deutschen Schulvereins, Büste am Denkmal der Republik Österreich, Briefmarke in Österreich (akad. Burschenschaft Arminia Wien), Heinrich Heine, Dichter, lobte in seinem "Deutschland ein Wintermärchen" das Schlagen von Mensuren (Burschenschaftliche Allgemeinheit Bonn und Göttingen, akad. Corps Guestphalia Göttingen), Karl Marx, Sozialtheoretiker und Politiker, soll als Student keine Paukerei (= Fechtgelegenheit) ausgelassen haben, noch in seinem Londoner Exil hingen Mütze und Schläger (die traditionelle studentische Blankwaffe) über seinem Schreibtisch (Landsmannschaft der Trierer zu Bonn),

Ferdinand Lassalle, Erster Präsident des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, Vorläufer der SPD, Burschenschafter legten kürzlich einen Kranz auf sein inzwischen renoviertes Grab am Jüdischen Friedhof in Breslau nieder (akad. Burschenschaft der Raczeck zu Breslau, heute Bonn), Max Friedländer, Gründer und Herausgeber der Neuen Freien Presse in Wien (akad. Burschenschaft der Raczeks zu Breslau, heute Bonn), Heinrich Friedjung, Politiker (akad. Burschenschaft Germania Prag), Ludwig Heinrich Friedländer, Mitglied im Preußischen Herrenhaus, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin (akad. Burschenschaften Hochhemia Königsberg und Cheruskia Königsberg), Alexander Roda Roda, eigentlicher Name Sandor Friedrich Rosenfeld, Schriftsteller (pennales Corps Markomannia in Ungarisch Hradisch), Theodor Herzl, Journalist und Schriftsteller, Begründer des Zionismus (nach seiner Aktivenzeit bei der akad. Burschenschaft Albia Wien noch Ehrenmitglied mehrerer schlagender jüdischer Verbindungen), Otto Loewi, Nobelpreisträger für Medizin, Briefmarke in Österreich (akad. Burschenschaft Germania Straßburg), Jacob "Attila" Teller, Zionist (jüdische akademische Verbindung Unitas Wien), Israel Reichert, Redakteur der Zeitschrift "Die Arbeit" -Organ der zionistischen volkssozialistischen Partei Hapoel-Hazair (jüdische akademische Verbindung Maccabea Berlin), Franz Oppenheimer, Zionist und Nationalökonom (akad. Burschenschaft Alemannia Freiburg und akad. Burschenschaft Hevellia Berlin, heute akad. Burschenschaft Brandenburgia Dortmund), Karl und Paul Mendelssohn-Bartholdy, Söhne des berühmten Komponisten (akad. Burschenschaft Alemannia Heidelberg), Chajim Arlosoroff, Zionist (jüdische akademische Verbindung Maccabea Berlin), Julius Mosen, Schöpfer des Andreas Hofer Liedes (akad. Burschenschaft Germania Jena) .....

Guggenbichler hält fest: "Wir werden uns diese Vernaderungspolitik nicht weiter gefallen lassen. Im Interesse aller demokratischen Kräfte in Österreich muss man gegen dieses Meinungsdiktat ankämpfen. Es ist völlig unerträglich, wenn nicht demokratisch legitimierte Organisationen mit zweifelhaften Mitteln, die schon früher von Anhängern totalitärer Ideologien angewandt wurden, politisch Andersdenkende diffamieren und so versuchen die Entscheidungsfindung des Nationalrates als Herzstück unserer Demokratie zu diktieren. Ist diesen Organisationen bewusst, welchen Schaden für die Demokratie sie anrichten können, wenn sie versuchen das passive Wahlrecht Andersdenkender einzuschränken? Ist ihnen bewusst, wohin es führen kann, wenn außerparlamentarische Gremien versuchen, mit Diffamierungen in den demokratischen Prozess einzugreifen? Wer wird das nächste Opfer der Jagdgesellschaft sein? Am Ende verliert bei Anwendung solcher Methoden jedenfalls die Demokratie!"

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