Kärnten feierte den 10. Oktober

LH Haider: Unsere Geschichte ist patriotisch - Kärnten hat Versprechen gegenüber Volksgruppe erfüllt - Nicht von außen irritieren lassen

Klagenfurt (LPD) - Kärnten gedachte heute, Freitag, der 88. Wiederkehr des Tages der Kärntner Volksabstimmung. Traditionell feierten Bevölkerung und offizielles Kärnten am Friedhof Klagenfurt-Annabichl und anschließend bei der Stätte der Kärntner Einheit im Landhaushof. Landeshauptmann Jörg Haider skizzierte in seinen Ansprachen die geschichtliche Entwicklung rund um Abwehrkampf und Volksabstimmung. Er machte deutlich, dass dabei nicht nationalistisches Denken, sondern die Gemeinschaft sowie Landes- und Heimatbewusstsein im Vordergrund standen. Die Volksabstimmung von 1920 wäre ohne Abwehrkampf nicht möglich gewesen.

Haider würdigte auch die Rolle der Volksgruppe in Abwehrkampf und Volksabstimmung. Die Kärntner beider Zungen hätten sich auch nach dem Zusammenbruch der Monarchie entschlossen, den Weg der Gemeinsamkeit fortzusetzen. Die Landesversammlung habe daher der Volksgruppe versprochen, ihr beim geistigen und wirtschaftlichen Aufblühen dieselbe Fürsorge entgegenzubringen wie der Mehrheitsbevölkerung. "Und Kärnten hat sein Versprechen eingehalten", betonte der Landeshauptmann. Er verwies auf das vorbildliche Kärntner Minderheitenschulwesen sowie die Investitionen in Infrastruktur, Wirtschaft und Arbeitsmarkt Südkärntens. Kärnten habe aber auch bei der Amtssprachenregelung und Topographie Wort gehalten, machte Haider klar.

In diesem Zusammenhang übte er Kritik am Versuch, "Zwietracht, Diskussion und Streit von außen ins Land zu tragen". So richte die neue slowenische Regierung bereits Forderungen in der Ortstafelfrage an Kärnten und Österreich. Es sei jedoch nicht im Sinne einer guten Nachbarschaft, sich in innere Angelegenheiten des Nachbarn einzumischen. Dazu habe Slowenien auch kein Recht. Haider forderte das österreichische Außenministerium auf, Slowenien klar zu machen, "dass wir es nicht akzeptieren, wenn sie in der Ortstafelfrage neuen Sprengstoff zünden".

Von der Österreichischen Bundesregierung forderte Haider, dass sie das Volksgruppengesetz von 1976 endlich als Grundlage der Ortstafelfrage zur Kenntnis nehme und es im Parlament reparieren lasse. Der Bund habe nämlich Teile des Gesetzes aufgehoben, das zur Zeit des "legendären" Landeshauptmann Leopold Wagner entstand und auch vom damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky als Erfüllung des Artikels 7 des Staatsvertrages angesehen wurde.

Ein klarer Appell des Landeshauptmannes richtete sich an das offizielle Kärnten: "Ich erwarte mir von allen Vertretern dieses Landes, dass sie sich nicht von außen irritieren lassen." Dabei gehe es auch um die Teilnahme an den 10. Oktober-Feiern. Man gedenke nämlich dabei, dass Kärnten einen wesentlichen Beitrag zur Staatsentwicklung Österreichs geleistet und sich immer zum demokratischen Österreich bekannt habe. An die Adresse der Kritiker des Heimatbewusstseins gewandt, sagte Haider: "Lasst uns unseren 10.Oktober, er ist ein stolzes Datum für Kärnten, Österreich und Europa."

Unsere Geschichte ist patriotisch", betonte Haider. Und dies sei auch wichtig für ein geordnetes Selbstbewusstsein. "Achte jedermanns Vaterland, doch das deinige, liebe", zitierte er ein Dichterwort. In Stolz und Friedfertigkeit und in guter Nachbarschaft wolle man die Heimat gestalten, betonte der Landeshauptmann. Friedfertigkeit müsse es auf beiden Seiten geben. "Kärnten ist ein Bekenntnis, das wir im Herzen tragen", so Haider.

Bei den Feiern in Klagenfurt-Annabichl und im Landhaushof nahmen seitens der Landesregierung auch LHStv. Reinhart Rohr sowie die Landesräte Peter Kaiser, Uwe Scheuch und Josef Martinz teil. Die Landesverwaltung war durch Landesamtsdirektor Reinhard Sladko, seinen Stellvertreter Dieter Platzer sowie zahlreiche Bezirkshauptleute vertreten. Im Landhaushof begrüßte Landtagspräsident Josef Lobnig die vielen Festteilnehmer, darunter mehrere Schulklassen. Auch Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher würdigte die Bedeutung des 10. Oktober.
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