MOE-Arbeitgeberverbände für baldestmögliche Arbeitskräfte-Freizügigkeit in der EU

Treffen der Mitteleuropa-Gruppe in Krems - IV-GS Beyrer: Bisherige österreichische Haltung beschämend - Arbeitsmarktfreizügigkeit wichtiges Argument für Investoren

Wien (OTS) - (PdI) Für die baldestmögliche vollständige Öffnung des österreichischen Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus den neuen EU-Staaten plädieren die Arbeitgeber- und Industrieverbände Mittel-und Osteuropas (MOE). "Es gibt keinen sachlichen Grund, die Grenzen weiter dicht zu machen. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, Österreich ist einer der größten Gewinner der EU-Erweiterung. Dies kann aber keine Einbahnstraße sein. Nicht zuletzt deshalb ist es sinnvoll und fair sowie auch eine symbolische Frage, Arbeitskräften aus unseren Partnerländern ab 1. Mai 2009 Zugang zu unserem Arbeitsmarkt zu bieten. Die bisherige österreichische Haltung ist vor dem Hintergrund beschämend. Österreich wiederum muss am Wettbewerb um die besten Hände und Köpfe endlich voll gleichberechtigt teilnehmen können", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Freitag, anlässlich eines Treffens der aus Österreich (IV), der Tschechischen Republik (SPCR), der Slowakei (RUZ), Slowenien (ZDS), Ungarn (MGYOSZ) sowie Kroatien (HUP) bestehenden informellen Mitteleuropa-Gruppe der Arbeitgeber- und Industrieverbände in Krems.

Die IV kooperiert im Rahmen der Mitteleuropa-Gruppe seit 2005 in den zentralen Themen wie der Frage des Arbeitsmarkts bereits eng mit ihren Schwesterverbänden, "was unsere gemeinsame Stimme innerhalb des europäischen Arbeitgeber- und Industriedachverbandes BUSINESSEUROPE nachhaltig stärkt", so Beyrer. Arbeitsmarktfreizügigkeit sei auch ein wichtiges Argument für Investoren. Für die acht betroffenen neuen EU-Länder in Mittel- und Osteuropa, wo österreichische Unternehmen sehr stark investiert haben, wäre eine Öffnung des österreichischen Arbeitsmarkts ein wichtiges positives Signal, betont der IV-Generalsekretär. "Lohndumping durch billigere ausländische Arbeitskräfte ist nicht zu befürchten, da in Österreich ohnehin nicht unter dem Kollektivvertrag bezahlt wird. Künstliche Barrieren würden hingegen am Markt eher Umgehungsmodelle fördern.

Die Arbeitslosenrate in Österreich lag gemäß Eurostat für August zuletzt bei 3,3 Prozent und damit im EU-Vergleich an drittbester Stelle. Auch wenn die Arbeitslosenrate wegen der schwächer werdenden Konjunktur leicht steigen würde, könnte Österreich nicht mit dieser Begründung für die Verlängerung der Übergangsfrist eintreten. "Angesichts der sehr guten Arbeitsmarktsituation in Österreich wäre dies schwer so zu argumentieren", so der IV-Generalsekretär. Die EU-Präsidentschaft hat im ersten Halbjahr 2009 Tschechien, einer der betroffenen Staaten, inne. "Wir werden die Beziehungen zu unserem tschechischen Schwesterverband SPCR vor dem Hintergrund dieser zentralen Frage daher noch weiter vertiefen", sagte Beyrer.

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