Wald-Biomassekraftwerk Simmering: Erfolgsbilanz nach zwei Jahren

Strom für 48.000 Haushalte, 144.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart

Wien, 10.10.2008 (OTS) - Zwei Jahre nach Eröffnung des größten Wald-Biomassekraftwerks Europas in Wien Simmering ziehen die Betreiber Österreichische Bundesforste AG (ÖBf) und Wien Energie eine erste Bilanz. Das Ergebnis: Der Betrieb läuft voll nach Plan. Das Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von über 80 % hat sich nicht nur für Wien zu einem wichtigen Strom- und Wärmelieferanten entwickelt, sondern ist auch international zu einem Vorbild und Technologieführer für Großkraftwerke dieser Art geworden.

Bei der Eröffnung vor 2 Jahren wurden ehrgeizige Ziele gesteckt:
Pro Jahr sollten 190.000 Tonnen Waldhackgut verwertet und daraus Strom und Wärme produziert werden. Eine große Herausforderung für die Österreichischen Bundesforste, die nach ihrem Prinzip der Nachhaltigkeit sicherstellen mussten dass es zu keinen negativen Auswirkungen für den Wald kommt. Dies gelang durch eine Partnerschaft mit anderen Forstbetrieben in Niederösterreich, unter ihnen auch erstmals der Waldbesitzerverband Niederösterreich. Dadurch wurde auch für kleine Waldbesitzer eine neue Form der Einkommenserzielung erschlossen und mehr Wertschöpfung in die Region gebracht.

Die Zahlen können sich sehen lassen: Durch die Fernwärme-Auskopplung werden in Wien 48.000 Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Wärme versorgt. Dies entspricht laut Wien Energie Geschäftsführer Robert Grüneis einem Äquivalent von rund 47.000 Tonnen Heizöl, die pro Jahr eingespart werden können. "Das sind rund 144.000 Tonnen weniger CO² an Umweltbelastung", so Robert Grüneis. Eine Verbesserungsmöglichkeit sieht er beim aktuellen Förderregime für Ökostrom: "Hier wäre es wichtig, dass die Produktion von Strom und Wärme im Sinne einer möglichst effizienten Brennstoffnutzung gleich gut wie die reine Stromproduktion behandelt wird."

Insgesamt konnten beide Partner, Wien Energie und die Österreichischen Bundesforste, durch den Betrieb sehr viel Erfahrung sammeln, sowohl im Hinblick auf die Brennstoffzusammensetzung als auch auf Effizienz und Leistung. Dieses Know-how wird zunehmend international nachgefragt, wie auch Bundesforste-Vorstand Georg Erlacher bestätigt. Er sieht Biomasse für ein waldreiches Land wie Österreich als eine der intelligentesten Formen der Energienutzung, auch im internationalen Zusammenhang gesehen: "Mit der Verwertung unserer heimischen Biomasse zur Energiegewinnung reduzieren wir unsere Abhängigkeit vom Energie-Import und damit das Risiko von Energieengpässen in Österreich", so Georg Erlacher.

Positiver Nebeneffekt für Österreichs Wälder: Auch der vermehrte Biomasse-Anfall durch die großen Stürme in den vergangenen zwei Jahren konnte in Simmering genutzt werden. "Dadurch konnte ein doppelter Nutzen erzielt werden, so Georg Erlacher. "Das zusätzliche Holz wurde sinnvoll verwertet, gleichzeitig hat uns der schnelle Abtransport bei der Bekämpfung des Borkenkäfers sehr geholfen."

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Tel.: 02231/600-215
E-Mail: bernhard.schragl@bundesforste.at

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Tel.: 01/53 123-73905
E-Mail: christian.ammer@wienenergie.at

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