Familienverband: Mutterschutz hat Vorrang vor Wirtschaftsinteressen

KFÖ-Präsident Steindl begrüßt den Plan der EU-Kommission, den Mutterschutz einheitlich europaweit auf 18 Wochen auszudehnen

Wien, 10.10.08 (KAP) "Wohlergehen und Gesundheit der Mütter und ihrer Neugeborenen müssen bedingungslosen Vorrang vor Wirtschaftsinteressen haben", betonte Clemens Steindl, der neue Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ), am Freitag im Hinblick auf den Plan der EU-Kommission, den Mutterschutz einheitlich europaweit auf 18 Wochen auszudehnen. Zur ablehnenden Haltung der Wirtschaftskammer sagte Steindl: "Frauen dürfen nicht mit dem Argument verunsichert werden, es könnte sich negativ auf die Bereitschaft der Unternehmen auswirken, weibliche Beschäftigte einzustellen, falls es eine längere Mutterschutzfrist gibt".

"Während Mütter in Österreich mit 16 Wochen Mutterschutz auskommen müssen, werden Frauen in Großbritannien und Irland 26 Wochen und in der Tschechischen Republik 28 Wochen zugestanden", erinnerte der KFÖ-Präsident. Das seien enorme Unterschiede bei den Schutzbestimmungen. "Der Vorschlag der EU-Kommission trägt zur besseren Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf bei", ist Steindl überzeugt: "Selbstverständlich muss der Mutterschutz mit begleitenden Maßnahmen, wie Kündigungs- und Versetzungsschutz sowie einer weitreichenden finanziellen Unterstützung der Mütter einher gehen".

Der Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs weist auf die Vielzahl von Benachteiligungen hin, mit denen schwangere Frauen konfrontiert werden. Meist bedeute die Entscheidung für Kinder einen Knick in der Karriere, einen Wettbewerbsnachteil gegenüber männlichen Kollegen und große finanzielle Einbußen. Für Steindl ist die Verlängerung und Vereinheitlichung des Mutterschutzes "ein sinnvoller Baustein für eine kinder- und familienfreundlichere europäische Gemeinschaft". (ende)
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