Fekter: Kriminalität in Österreich weiter rückläufig

Monatliche Kriminalstatistik für den Zeitraum Jänner bis September 2008

Wien (OTS) - Die Anzahl der angezeigten Straftaten ist auch in den Monaten Jänner bis September 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent österreichweit zurückgegangen. Wurden im gleichen Zeitraum des vorigen Jahr noch 441.846 Straftaten zur Anzeige gebracht, so waren es heuer 422.989.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Aufklärungsquote um 0,8 Prozent zurückgegangen (38,0 Prozent).

Österreichweit ist in allen Bundesländern ein Kriminalitätsrückgang zu verzeichnen:

Burgenland - 10,4%

Kärnten - 5,0% Niederösterreich - 7,2% Oberösterreich - 5,4% Salzburg - 8,9% Steiermark - 6,9% Tirol - 2,9% Vorarlberg - 6,7% Wien - 0,8%

Durch verschiedene Präventionsmaßnahmen, wie zB. Beratungen und Aufklärungskampagnen - es finden jährlich mehr als 15.000 polizeiliche Beratungsgespräche statt - sind in einigen Deliktsbereichen, wie etwa Diebstahl von Fahrrädern (- 4,5 %), Raub in Wettbüros (- 20,6 %), Raub in Trafiken (- 10 %) Rückgänge zu verzeichnen;

Steigerungen ergaben sich bei strafbaren Handlungen gegen die Sittlichkeit (5,4 %) und gegen Leib und Leben (2,3 %).

Kriminalitätsentwicklung in den Grenzbezirken:

GESAMTKRIMINALITÄT Jän-Sept Jän-Sept Veränderung Veränderung 2007 2008 absolut in % ÖSTERREICH 441.846 422.989 -18.857 -4,27% Burgenland 7.696 6.897 -799 -10,38% BH Eisenstadt- Umgebung 891 737 -154 -17,28% BH Güssing 604 482 -122 -20,20% BH Jennersdorf 422 400 -22 -5,21% BH Mattersburg 798 903 105 13,16% BH Neusiedl/See 2.382 2.238 -144 -6,05% BH Oberpullendorf 596 485 -111 -18,62% BH Oberwart 1.298 997 -301 -23,19% Kärnten 23.467 22.285 -1.182 -5,04% BH Klagenfurt-Land 2.086 1.836 -250 -11,98% BH Villach-Land 2.043 1.683 -360 -17,62% BH Völkermarkt 1.179 1.201 22 1,87% BH Wolfsberg 1.843 1.834 -9 -0,49% Niederösterreich 63.774 59.179 -4.595 -7,21% BH Bruck/Leitha 1.789 1.590 -199 -11,12% BH Gänserndorf 3.431 3.001 -430 -12,53% BH Gmünd 1.273 1.133 -140 -11,00% BH Hollabrunn 1.956 1.735 -221 -11,30% BH Horn 1.113 765 -348 -31,27% BH Mistelbach 1.980 2.228 248 12,53% BH Waidhofen/Thaya 614 524 -90 -14,66% Oberösterreich 59.553 56.359 3.194 -5,36% BH Freistadt 1.208 1.430 222 18,38% BH Rohrbach 1.014 1.032 18 1,78% BH Urfahr-Umgebung 1.488 1.371 -117 -7,86% Steiermark 46.738 43.514 -3.224 -6,90% BH Deutschlandsberg 1.541 1.574 33 2,14% BH Leibnitz 2.545 2.441 -104 -4,09% BH Radkersburg 592 599 7 1,18%

Kriminalitätsentwicklung in den Landeshauptstädten

Der positive Trend der Kriminalitätsentwicklung zeichnet sich auch in

fast allen Landeshauptstädten ab. Eisenstadt -7,1 Klagenfurt 3,9 St. Pölten 4,7 Linz -4,5 Salzburg-Stadt -14,4 Graz -8,9 Innsbruck -3,7 BH Bregenz -1,2 WIEN -0,8

Entwicklung einzelner Deliktsbereiche:

Einbruchsdiebstahl in Wohnungen und Häuser

Die Einbruchsdiebstähle in Wohnungen sind österreichweit gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 5,9 % und in Häuser um 17,5 % gesunken.

In Oberösterreich wurde ein Rückgang der Einbruchsdiebstähle in Häuser um 20,3% und in Niederösterreich um sogar 29,9% festgestellt. So wurde im Grenzgebiet Bayern und Oberösterreich eine große Einbruchs-diebstahlserie (18 Taten in Oberösterreich und 17 Taten in Bayern) geklärt. Dieser Erfolg ist auf die verstärkte internationale Zusammenarbeit zwischen den Polizeibehörden zurückzuführen.

Auch konnte in Niederösterreich eine rumänische Tätergruppe dingfest gemacht werden. Diese Bande hatte in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark 51 Straftaten verübt.

Einbruchsdiebstahl in PKW und Kombi

Auch in diesem Deliktsbereich (PKW und Kombis) ist ein Rückgang von 13,1% zu verzeichnen.

In Niederösterreich, wo ein Rückgang von 12,8% zu verzeichnen ist, konnte eine Bande von moldawischen Jugendlichen ausgeforscht werden. Dieser Bande werden PKW-Einbruchsdiebstähle sowie Sachbeschädigungen zur Last gelegt.

Kinderkriminalität

Bei Straftaten von 10 bis unter14-Jährigen ist gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Altersgruppen Jän-Sept 2007 Jän-Sept 2008 Veränderung in % unter 10 Jahre 494 500 1,2% 10 bis unter 14 J. 3.912 5.003 27,9%

Kinderkriminalität ist ein allgegenwärtiges Thema, dem konsequent und nachhaltig begegnet werden muss, betont Innenministerin Fekter. "Es ist die gemeinsame Aufgabe aller Verantwortungsträger dieser Entwicklung entgegenzuwirken und sich der Herausforderung zu stellen. Das Bewusstsein für Recht und Unrecht muss gestärkt und deutlich gemacht werden", so Fekter. Hauptaufgabe der Polizei in der Arbeit mit Jugendlichen ist, ihnen Grenzen aufzuzeigen und die Folgen ihres kriminellen Handelns bewusst zu machen.

Eine große Rolle spielt, auch in diesem Themenfeld, die Prävention. Eine enge Zusammenarbeit mit privaten Einrichtungen, sozialen Institutionen und Behörden ist dabei unerlässlich, damit entsprechend sensibilisiert auf die Wünsche, Bedürfnisse und auch Probleme der Jugendlichen seitens der Kriminalprävention eingegangen werden kann. Prävention erfordert generell ein hohes Maß an professioneller Kooperation und die Bündelung aller gesellschaftlichen Kräfte.

Aus diesem Grund ist der Bereich Kinderkriminalität ein zentrales Anliegen und dementsprechend wird auch in Zukunft Schwerpunkt auf deren Bekämpfung seitens der Polizei mittels geeigneter Jugend- und Kinderprojekte gelegt werden.

"Ziel ist es, unserer Jugend ein gewaltfreies Zusammenleben zu ermöglichen und deren Unrechtsbewusstsein fördern", so Fekter.

Ein wichtiger Schritt um dieses Ziel zu erreichen war die österreichweite Ausbildung von 270 Präventionsbeamten im Bereich Jugendprävention. Die Polizistinnen und Polizisten arbeiten zusätzlich zu ihren originären Aufgaben an Präventionsprojekten, begleiten diese und sind das Bindeglied zwischen Kommunale, Schule, Eltern und Polizei.

Diebstahl, Einbruchsdiebstahl und Raub:

Die Deliktsbereiche Diebstahl, Einbruchsdiebstahl und Raub sind österreichweit rückläufig (- 6,0 Prozent, - 2,9 Prozent und - 7,3 Prozent). Diese Bereiche sind wesentlich für das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung maßgeblich, da sie den unmittelbaren persönlichen Bereich betreffen.

Nicht zuletzt deshalb ist es äußerst wichtig die Entwicklung dieser Delikte in den einzelnen Regionen genau zu beobachten, um auf Steigerungen in diesen Bereichen sofort und punktgenau reagieren zu können:

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Inneres
Pressesprecherin der Ministerin
Iris Müller-Gutenbrunn
0043/1/53126/2010

Bundeskriminalamt
Pressestelle
Helmut Greiner
0664/813 21 28

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