50 Jahre Lebensschule

Zeitraffer einer Generation mit VHS-Klub-Begleitung

Wien (OTS) - Im vergangenen Jahr feierte die Volkshochschule Brigittenau ihr 60-jähriges Bestehen. Fast ebenso lange begleiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Lebensschule und ihr Leiter Alfred Hülbig einander durchs Leben: Lebensbegleitendes Lernen, im besten Wortsinn, meint Direktor Mag. Walter Schuster und gratuliert seinen Jubilarinnen und Jubilaren im Rahmen ihrer Feier sehr herzlich. Stolz ist er auch darauf, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Volkshochschule Brigittenau über ein halbes Jahrhundert lang ungebrochen die Treue gehalten haben.

Die Lebensschule

Im Jahr 1958 wurde an der Volkshochschule Brigittenau die Lebensschule als Pilotprojekt gegründet. Abweichend vom althergebrachten Schulmeister-Lehrstil, wurde in legerem Rahmen mit modernen Methoden Allgemeinwissen vermittelt. Themen aus Naturwissenschaften, Kultur, Geographie und Geschichte wurden vorgetragen und im Arbeitskreis oftmals heftig diskutiert.
Im Bereich politischer Bildung war die Aufarbeitung der Kriegswirren sowie der Verbrechen der Nationalsozialisten für die Nachkriegsgeneration von enormer Wichtigkeit. Bildungsaufgaben, die fünfzig Jahre später noch immer Thema politischer Diskussionen sind, etwa die Einführung eines Unterrichtsfaches politische Bildung, wurden aufgegriffen und zum Unterrichtsthema gemacht.

Bildungsreisen mit dem Ziel, Land und Leute kennen und verstehen zu lernen, waren ein wichtiger Bestandteil der Lebensschule. Einen Höhepunkt stellte eine Studienfahrt nach Holland dar, bei der mit holländischen Jugendlichen Verbindungen hergestellt wurden, die zum Teil heute noch bestehen.

Von der Lebensschule zum "Klub der jungen Ehepaare", 1970-1980

Dem neuen Lebensabschnitt der Teilnehmenden Rechnung tragend, vollzog sich in den 70er Jahren der Wandel von der Lebensschule zum Klub. Beruf und neu gegründete Familien brachten es mit sich, dass die Treffen nicht mehr in der Intensität der Lebensschule, sondern einmal im Monat stattfanden. Für diese war die Volkshochschule Brigittenau aber fixer Treffpunkt.
Mit dem veränderten Status wurden auch die Vortragsthemen anders gestaltet. Mit Fachleuten wurde über Familienrecht, Konsumentenschutz, Schulpolitik und persönliche Probleme des Alltags diskutiert. Damit ist dieser Kreis für die Klubmitglieder zu einem echten Impuls-Forum geworden. Gemeinsame Ausflüge und Wochenendfahrten sowie Studienreisen nach Schweden, Budapest und Prag waren aber auch weiterhin wichtige Ergänzungen zum monatlich stattfindenden Kursprogramm.

Ohne "jung" in die 80er

Die Kinder der TeilnehmerInnen wuchsen heran, wurden selbständig und so blieb für die älter werdende Generation wieder mehr Zeit für intensivere, private Kontakte.
Gemeinsame Ausflüge und Rätselfahrten fanden regelmäßig statt. Selbst Tanzkurse wurden in Eigenregie organisiert und abgehalten. Erhalten blieb allen auch die Reiselust: Bildungsfahrten innerhalb Österreichs wie auch nach Finnland, Nürnberg und Rothenburg an der Tauber erweiterten das Kursprogramm. Mit dem 25-Jahr-Jubiläum dieses "Klubs der jungen Ehepaare" wurde klammheimlich "jung" aus der Bezeichnung des Klubs entfernt.

1990 bis heute

Aus Eltern wurden Großeltern, aus Berufstätigen Pensionistinnen und Pensionisten. Wissensdurst und Tatendrang sind ungebrochen. Die Themen des Kursprogramms sind abgestimmt auf die Jahrgänge der TeilnehmerInnen, bringen Kulturelles, Wissenswertes und Nützliches. Allfällig auftretende "Wehwehchen" werden diskutiert - "nur gemeinsam sind wir stark" lautet der Slogan - und sind damit manchmal auch schon behandelt.
Hier schließt sich der Kreis, und der Geist der ehemaligen "Lebensschule" feiert seine fröhliche Auferstehung und bietet mit seiner jugendlichen Strahlkraft Hilfe in vielen Lebenslagen. (Schluss) vhs

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