Asyl: Katholische Aktion kritisiert "Sonderanstalt" auf Saualm

Präsidentin der Kärntner KA, Wernig: "Vorgangsweise erinnert an Zeit, in der Menschen ohne Strafurteil in Ghettos gebracht wurden"

Klagenfurt, 9.10.08 (KAP) Die Katholische Aktion (KA) Kärnten hat sich am Donnerstag in die Reihe der Kritiker eines neuen, abgelegenen "Heims" für Asylbewerber auf der Saualm eingereiht. Landeshauptmann Jörg Haider möchte dort "mutmaßlich kriminelle" Flüchtlinge unterbringen, die letztlich abgeschoben werden sollen.

Die Präsidentin der KA Kärnten, Eva Maria Wernig, äußerte in einer Aussendung tiefe Betroffenheit über die Errichtung einer "Sonderanstalt" für Menschen, "die sich in extrem schwierigen Lebensumständen befinden". Diese Vorgangsweise erinnere an eine "Zeit, in der Menschen ohne Strafurteil in Ghettos gebracht wurden und der Willkür bestimmter Personen schutzlos ausgeliefert waren".

Für die KA-Präsidentin stellen sich Fragen nach dem Grad an Humanität einer Gesellschaft, wenn mitten in ihr mit "bittertragischen Schicksalen" öffentlich Stimmung gemacht werde: "Schweigen wir dazu, schauen wir dabei weg?" Wernig plädierte dafür, der allen zukommenden Verantwortung für Ausgegrenzte, Fremde und Schwache mit "Zivilcourage und Mut" nachzukommen. Sie rief dazu auf, den Blickwinkel von Menschen einzunehmen, die unter enormen Druck ihr Land verlassen haben - in der Hoffnung, irgendwo ein menschenwürdigeres Leben zu finden. Es gehe nicht an, "alles, was unser Leben 'stört', in Anstalten oder in Ghettos zu verfrachten". (ende)
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