• 07.10.2008, 13:26:07
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EU-Kommissar Spidla bestätigt ÖHV: Arbeitsmarkt im Tourismus öffnen!

ÖHV trifft EU-Kommissar: Steigende Nachfrage im Tourismus kann nur mit mehr Mitarbeitern bewältigt werden

Wien (TP/OTS) - Der Jobmotor Tourismus kann nur mit ausreichend
Mitarbeitern am Laufen gehalten werden. Das hielt
EU-Arbeitsmarktkommissar Spidla beim Gipfelgespräch mit der ÖHV fest.

Österreichs Tourismus steht unter Druck: Zwar steigen die
Nächtigungen, doch Mitarbeiter, die die Gäste betreuen, fehlen. Die
Öffnung des Arbeitsmarktes wäre dringend nötig - und zwar spätestens
am 1. Mai 2009. Doch die Sozialpartner verhindern das. "Die bisherige
Arbeitsmarktpolitik hat den Tourismusbetrieben massiv geschadet.
Hoteliers müssen überlegen, ihre Leistungen zu reduzieren. Das
vertreibt Gäste, vernichtet Arbeitsplätze und Wertschöpfung",
erklären die Präsidenten der Österreichischen Hoteliervereinigung
(ÖHV), Peter Peer und Sepp Schellhorn, nach einem exklusiven
Arbeitsgipfel mit EU-Kommissar Vladimir Spidla.

EU-Kommissar bestätigt ÖHV-Linie

"EU-Kommissar Spidla ist zu 100 % auf unserer Linie", erklären
Peer und Schellhorn. Um die Blockade-Politik der Sozialpartner zu
prolongieren, müsse Österreich gravierende Störungen oder die
berechtigte Gefahr derartiger Störungen auf dem Arbeitsmarkt
aufzeigen. Spidla zeigte sich diesbezüglich skeptisch: Davon sei
nichts zu bemerken. "Die Arbeitsmarktpolitik soll Störungen des
Arbeitsmarktes verhindern, stattdessen erzeugt sie selbst welche:
Ohne Arbeitsmarktsperre hätten wir im Tourismus kein Problem", so
Schellhorn.

Sozialpartner-Blockade aufbrechen

Spidla verwies im Gespräch auf den wahren Kern des Problems: die
Blockadepolitik der Sozialpartner. "Spidla hat festgehalten, wie
wichtig es wäre, die Sozialpartner auf den richtigen Kurs zu bringen.
Aber hier fruchten keine Argumente", so Peer. Die von der ÖHV
ausgearbeitete Analyse der Arbeitsmarktsituation in Österreichs
Tourismus hat Spidla überzeugt. "Wir zeigen Fakten auf. Für
Panikmache à la Gewerkschaft ist in einer ernst zu nehmenden
Diskussion kein Platz", so Schellhorn. Eine einfache Zeitreihe (siehe
Link) zeigt die Krisenresistenz der Branche allen Unkenrufen der
Gewerkschaft zum Trotz: Die Nächtigungen in Österreich stiegen auch
rund um schwere Krisen wie das Platzen der IT-Blase, 9/11, SARS und
Vogelgrippe. Damit verbunden war ein starker Anstieg der
Arbeitsplätze im Tourismus.

ÖHV über WKÖ-Resolution erfreut

Erfreulich sei die Resolution der Bundessparte Tourismus und
Freizeitwirtschaft der WKÖ, die der ÖHV-Forderung nach der
Arbeitsmarktöffnung aus dem Jahr 2004 entspricht. Die Öffnung müsse
auch zentrales Thema beim Sozialpartner-Dialog in Bad Ischl sein:
"Wer einen Dialog führen will, darf sich nicht die Ohren zuhalten,
wenn Unternehmer ihre berechtigten Nöte klagen - schon gar nicht als
gesetzlich verpflichtete Interessenvertretung. Es wäre grob
fahrlässig, Bad Ischl aus dem europäischen Kontext auszuklammern",
kritisiert Schellhorn. Die ÖHV hält die Bedürfnisse der Unternehmen
hoch: "Wir werden Kommissar Spidla über die weitere Entwicklung auf
dem Laufenden halten. Es wird weitere Treffen geben", so Peer und
Schellhorn.

ÖHV: Fachkräfteverordnung benachteiligt Tourismus

Die Fachkräfteverordnung kann den Mitarbeiterbedarf im Tourismus
nicht decken: Zwar ermöglicht diese Bürgern aus den neuen
EU-Mitgliedsstaaten, in Österreich zu arbeiten - allerdings nur in 65
Berufen. "Und davon entfällt nur einer auf den Tourismus, der
Gaststättenkoch. Dieser stellt aber 35 Prozent aller Mitarbeiter aus
den neuen EU-Staaten. Trotz aller Hilferufe aus der Branche blieb der
Arbeitsmarkt für Mitarbeiter im Service geschlossen", hält Peer fest.
Die neue Bundesregierung sei gefordert, rasch eine Lösung zu finden,
die den Tourismus nicht benachteiligt.

ÖHV: Arbeitsmarkt öffnen und Mitarbeiter ausbilden!

Initiativen wie die Lehrlingsakademie von ÖHV und Gewerkschaft
vida werden weitergeführt und ausgebaut. "Einheimische Mitarbeiter
sind herzlich willkommen: Wer Gebräuche, Sprache und Destination
kennt, hat einen klaren Heimvorteil. Gleichzeitig dürfen Bewerber aus
den neuen EU-Mitgliedsstaaten nicht benachteiligt werden. Wir sind
eine internationale Branche, bei Gästen und bei Mitarbeitern. Wer
einen Koch sucht, sucht einen Koch - ganz egal, woher er kommt", so
die ÖHV-Präsidenten.

Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der
Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste
Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der
ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4-
und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch
ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige
Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund
30.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der
Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio.
Euro.

Das ÖHV-Positionspapier, die ÖHV-Grafik und Bildmaterial können
Sie hier downloaden:
http://www.tourismuspresse.at/redirect.php?OEHV1

Weitere Pressemeldungen und Infos finden Sie unter www.oehv.at

Rückfragehinweis:

ÖHV Touristik Service GmbH
   Piaristengasse 16/7
   A-1080 Wien  
   
   Kontakt:
   Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer
   Tel.: +43 (0)1 533 09 52
   Fax: +43 (0)1 533 70 71
   mailto:office@oehv.at
   http://www.oehv.at

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