- 07.10.2008, 10:24:30
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Dringender Ärzteappell: Landärztliche Versorgung erhalten!
Wawrowsky: "Für die Gemeindeinfrastruktur sind Landärzte mit Hausapotheke genauso wichtig wie Post, Bank oder Greißler."
Wien (OTS) - Am heute stattfindenden Tag der öffentlichen
Apotheken hat der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Günther Wawrowsky, auf die
Wichtigkeit der landärztlichen Versorgung und die funktionierende
Direktabgabe von Medikamenten durch landärztliche Hausapotheken
aufmerksam gemacht. "Wer nicht gehen kann, keinen Führerschein und
einen langen Weg zu öffentlichen Verkehrsmitteln hat, wer Kinder
aufzieht oder bettlägerig ist, ist auf Diagnose, Therapie und
Medikamente aus einer Hand angewiesen", betonte Wawrowsky die
Wichtigkeit der seit langen Jahren bewährten Versorgungsinstanz.
Hausapotheken seien eine unverzichtbare Voraussetzung für eine gute
ärztliche Versorgung etwa in Gebirgstälern oder am flachen Land, wo
die Bevölkerung oft lange Wege bis zum nächst größeren Ort oder in
die Bezirksstadt in Kauf nehmen müsste.
Das geflügelte Wort "one stopp, one shop" der Wirtschaft sei bei den
Landärzten, die auch Medikamente abgeben können, schon lange gelebte
Realität, so der Bundeskurienobmann. Wawrowsky: "Österreichs
Gemeinden besitzen hier ein wertvolles Stück Infrastruktur, das es
für die Bürger zu bewahren gilt und das mindestens genauso wichtig
ist, wie die Post, die Bank, der Greißler am Ort. Derzeit laufen die
Hausapotheken allerdings Gefahr, dem Schicksal der Postfilialen oder
Greißler zu folgen, nämlich zusperren zu müssen. Ich appelliere
deshalb an die Bürgermeister und Landeshauptleute, alles zu
unternehmen, um diese ärztlichen Nahversorger, die oft ohne die
Zusatzfunktion der Hausapotheke nicht existieren können, im Bestand
der Gemeinden zu halten."
Schon jetzt seien Probleme bei der Nachbesetzung von ärztlichen
Stellen im ländlichen Raum zu beobachten, so Wawrowsky. Viele
Interessenten für die Nachfolge einer landärztlichen Praxis legten
Wert darauf, ihren Patienten ein umfassendes Angebot mit höchster
Servicequalität anbieten zu können. "Wenn das aber nicht möglich
ist, ist auch die ärztliche Tätigkeit qualitativ hochwertig nicht
machbar, und man sucht sich andere Positionen, etwa in Wirtschaft
oder Pharmaindustrie", erklärte Wawrowsky.
Vorstellen kann sich Wawrowsky ein "gedeihliches Miteinander" der
öffentlichen Apotheken mit den Landärzten mit Hausapotheken. Für den
Patienten sei dies die beste Option, da er dann aus einer Vielfalt an
Angeboten wählen könne. Auch den öffentlichen Apotheken müsse dies
ein Anliegen sein, verkauften sie doch in zunehmendem Maße immer
stärker auch Lifestyle-Produkte und OTC-Präparate und seien daher im
Verkauf stärker gefordert als in der Vergabe
verschreibungspflichtiger Medikamente. Er wisse von zahlreichen
Apothekern, dass sie dies ebenfalls wünschten und den derzeitigen
Verdrängungskurs der Standesvertretung der Apotheker gegen die
Hausapotheken mit Missfallen verfolgten.
"Daher rufe ich die Apothekervertretung dazu auf, zur achtungsvollen
Kollegialität zurückzukehren und nicht Landärzte zur Aufgabe zu
zwingen, indem Container öffentlicher Apotheken genau im Rahmen der
vorgeschriebenen gesetzlichen ‚Bannmeile’ so aufgestellt werden, dass
der Landarzt mit Hausapotheke ins Straucheln gerät", so Wawrowsky.
Jüngster Fall sei ein Apothekencontainer, der in der Nähe des
niederösterreichischen Ortes Paudorf auf einem Hügel an einem
Maisfeld strategisch so aufgerichtet wurde, dass die Entfernung zum
nächsten Landarzt mit Hausapotheke in Paudorf möglichst kurz wurde,
sich der Container aber noch auf dem Gelände der Nachbargemeinde
befindet. Da das Gesetz vorsieht, dass der Landarzt bei Öffnung
einer öffentlichen Apotheke innerhalb eines bestimmten
Kilometer-Abstands zur Ordination zusperren muss, ist die
wirtschaftliche Existenz des Mediziners nun gefährdet.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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