"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Katzenjammer nicht angebracht" (Von Gabriele Starck)

Ausgabe vom 6. Oktober 2008

Innsbruck (OTS) - Es war ein Gewitter, das in den vergangenen Monaten über den Wissenschaftsstandort Tirol zog. Und der Blitzschlag des Skandals rund um die Zelltherapie gegen Inkontinenz oder das Donnerwetter zwischen den Führungsgremien an der Medizin haben durchaus auch Unbeteiligte gestreift, wie das Beispiel von Oncotyrol zeigt.

Doch tief hängende Wolken verziehen sich und geben den Blick in höhere Sphären wieder frei. So ist es auch mit der Forschung in Tirol. Hier gibt es exzellente Leute - an allen drei Universitäten. Deren Arbeit ist in Wissenschaftskreisen international sichtbar. Über deren Erfolge berichten Medien ebenso wie über Skandale, nur wird dies nicht so intensiv wahrgenommen. Hier gibt es Innovationen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Unterstützung durch die Politik in Form der Tiroler Zukunftsstiftung. Zudem hatte das Gewitter auch eine reinigende Wirkung. Es war gleichzeitig eine Mahnung an die Wissenschafter, korrekt und seriös zu arbeiten. Da sind sich alle einig.

Deshalb ist Katzenjammer nicht angebracht. Auch nicht darüber, dass die Krebsforscher nach der Unruhe endlich einmal mit dem vorhandenen Geld arbeiten wollen, statt ihre Energie in Zusatzanträge zu stecken, deren Erfolgsaussichten schwer einschätzbar sind. Und selbst das gut dotierte K2-Programm ist für Tirol ja noch nicht verloren, da ein weiteres heißes Eisen im Feuer liegt. Die Universität und das Zentrum für Naturgefahrenmanagement wollen mit der Wirtschaft Anpassungsstrategien und -technologien für den Klimawandel im alpinen Raum entwickeln. Wo wäre ein so zukunftsträchtiger Markt besser angesiedelt als im Herz der Alpen?

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung
Chefredaktion
Tel.: 05 04 03 DW 610

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT0001