Pröll: Qualität geht vor Tempo - auch in Opposition möglich Verantwortung zu übernehmen

Ohne „Kassasturz“ und die Behandlung der strittigen Themen -keine Verhandlungsbasis

Wien, 04. Oktober 2008 (ÖVP-PD) „Für mich gilt: Qualität geht vor Tempo. Es darf nicht ungenau gearbeitet werden. Wenn man dazu nicht bereit ist und übereilt ein Programm auf den Tisch legen will, wird es mit uns keine Koalitionsverhandlungen geben“, betont der gf. Bundesparteiobmann Josef Pröll im heutigen „Journal zu Gast“ - Interview auf Ö1. Weiters erläutert Pröll die Herangehensweise der ÖVP an etwaigen Gespräche: „Wir gehen sicherlich nur auf gleicher Augenhöhe in Verhandlungen. Faymann wird skizzieren, wie er sich die weiteren Schritte vorstellt, denn das was ich jetzt gehört habe, ist sicherlich nicht dazu angetan, sehr rasch in Koalitionsverhandlungen einzutreten. Die Botschaft, etliche Themen auszuklammern, ist nicht der richtige Weg. Wir müssen über alle Themen ohne Tabus diskutieren können.“ Dass er den Vorsitz des ÖVP-Klubs im Parlament übernimmt, zeige bereits, "dass ich durchaus mit der Oppositionsrolle rechne". Auch in der Opposition sei es möglich, Verantwortung für das Land zu übernehmen. ****

Zum Abschneiden der Volkspartei am 28. September und seiner Bestellung zum gf Parteiobmann sagte Pröll: „Der Wahltag war ein bitterer Tag für die ÖVP und Wilhelm Molterer hat am nächsten Tag im Bundesparteivorstand seinen Rückzug bekannt gegeben und mich vorgeschlagen. Es waren schwierige Minuten, auch für mich, das zu entscheiden, aber ich mache es gerne“, so Pröll zur neuen Ausgangssituation. Pröll betont in Bezug auf die Wahlanalyse der unter 30-Jährigen, dass „eine Politik wie wir sie verstehen, nachhaltig bedacht, auch auf die nächsten Generationen mit den Lebenswelten der Jungendlichen in Übereinstimmung gebracht werden muss. Wir brauchen hier in der Kampagnenführung handwerklich neue Signale um die Jungend für uns zu begeistern.“

„Wir müssen gemeinsam einen Parteitag vorbereiten und dann in den nächsten Wochen entscheiden, ob wir in Opposition gehen oder in Regierungsverhandlungen eintreten. Dazu braucht es einen funktionierenden Apparat“, so Pröll und betont weiter, er wolle nicht von Versagen sprechen, aber der Wahlkampfmotor hat am Anfang in der Kampagnenführung gestottert und erst zum Schluss sei eine gemeinsame Bewegung zu spüren gewesen. „Die Kompetenz haben wir. Professionalität im Kampagnenmanagement brauchen wir, um die Nähe zu dem Menschen, den Funktionären, zu den Ländern und Bünden aufzubauen.“

Zu seiner Kandidatur als Klubobmann betont Pröll: „Ich habe mich Entschlossen für den Klubvorsitzenden zu kandidieren und die Abgeordneten zu bitten, diesen Weg mit mir gemeinsam zu gehen. Wie es mit dieser Position weiter geht, ist davon Abhängig, ob die ÖVP der Opposition oder der Regierung angehören wird.“

Abschließend betont Pröll seine „ganz andere Sicht der Dinge“ zu den Diskussionen über eine vorgezogene Steuerreform: „Es geht darum zu überlegen, ob eine Steuerreform überhaupt noch möglich ist. Um zu analysieren wo wir stehen und was wir uns überhaupt noch leisten können bedarf es eines ‚Kassasturzes’. Das wird Faymann auch zu beantworten haben.“

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