"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: "Tempo machen"

Der Konjunktur-Schock sollte die Herbstlohnrunde deutlich beschleunigen.

Wien (OTS) - Für die heute, Freitag, beginnende Herbst-Lohnrunde gilt das Gleiche wie für die Koalitionsverhandlungen: Je eher es einen Abschluss gibt, desto besser.
Der von der Finanzkrise ausgelöste Konjunktur-Schock verlangt rasches Handeln. Im Moment zählen Ergebnisse, nicht rituelle Streitereien.
Natürlich wird die Arbeitgeberseite auf den abstürzenden Auftragseingang der Industrie hinweisen. Natürlich wird die Arbeitnehmerseite darauf pochen, dass es wohl nicht sein kann, die Beschäftigten leiden zu lassen, weil in den USA wild gewordene Spekulanten die Weltwirtschaft an den Rand des Ruins trieben.
Beide Seiten haben recht, dieses Argument ist schnell ausgetauscht und kann schnell vom Tisch sein.
Richtig ist, dass die Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren kaum vom Aufschwung profitiert haben, und der jetzige Abschwung eine Kaufkraft-Stärkung (also ein höherer Abschluss) wünschenswert wäre. Richtig ist, dass im kommenden Jahr die Inflation deutlich zurückgeht und die Preise in wirtschaftlich schlechten Zeiten tendenziell sinken.
Ein prozentueller Abschluss unter vier Prozent und dafür ein hoher Einmalbetrag (deutlich höher als die 150 Euro für die Pensionisten):
Das wird am Ende des Tages wohl herauskommen.
Da die wirtschaftliche Lage Schnelligkeit erfordert und die meisten Fakten eh schon am Tisch liegen, spricht nichts gegen eine rasche Einigung. Denn die nächste Baustelle für die Sozialpartner wartet bereits: Ein Konjunkturpaket, an dem sie mitzuarbeiten haben werden.

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