Silhavy: Digitale Klüfte in Bezug auf Geschlecht, Alter, Schulbildung und Einkommen beseitigen

Österreichische Verwaltung bei Barrierefreiheit auf gutem Weg

Wien (SK) - "Die IKT-Nutzung verursacht nicht prinzipiell neue Diskriminierungen. Im Wesentlichen werden bereits bestehende sichtbarer gemacht und verstärkt", bemerkte Heidrun Silhavy, Bundesministerin für Frauen, Medien und Regionalpolitik, am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz anlässlich des alljährlichen Internet Summit, der dieses Jahr unter dem Motto "Chancen Nutzen!" - Internet für eine integrative Informationsgesellschaft steht. ****

In Österreich liegen die Internet-Nutzungsdaten im oberen Drittel, erläuterte Silhavy. Haben im Jahr 2000 40 Prozent der österreichischen Bevölkerung Internet genutzt, so würden dies mittlerweile 65 Prozent tun. "Eine erfreuliche Entwicklung, freilich mit dem bitteren Beigeschmack, dass nach wie vor rund 35 Prozent das Internet nicht nutzen", so die Medienministerin. Digitale Klüfte verstärken existierende Diskriminierungen in Bezug auf Geschlecht, Alter, Schulbildung und Einkommen, deshalb müsse die Politik alle Anstrengungen unternehmen, um den digital gap zu verringern.

Vor allem bildungsferne Schichten würden das Internet kaum nutzen, bemerkte Silhavy. Laut Schätzungen der UNESCO würden in Österreich hunderttausende Menschen leben, die nur über ungenügende Fertigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen verfügen. Es gelte daher, vor allem in der Erwachsenenbildung neue Wege zu beschreiten, es müsse überlegt werden, wie man an jene Menschen herankomme, die man nicht mehr über die Schule oder andere Ausbildungseinrichtungen ansprechen könne.

"Wir müssen auch versuchen, Einkommens- oder technische Barrieren zu beseitigen", so Silhavy. Deshalb habe man zahlreiche öffentliche und kostenlose Internet-Zugänge geschaffen, etwa in den AMS-Servicestellen oder in Bibliotheken. Silhavy räumte aber ein, dass diese Angebote oft nicht so genutzt werden, wie man das gerne hätte, vor allem psychologische Gründe wie die Angst sich zu blamieren, würde die Menschen davon abhalten. Deshalb gelte es zu überlegen, ob man nicht eine begleitende Unterstützung zu diesen Internetangeboten anbieten könne. Von Seiten des Bundes habe man auch E-Government-Säulen geschaffen, um allen Menschen den Zugang zu E-Government zu ermöglichen.

Um insbesondere ältere Menschen mit dem Internet vertraut zu machen, versuche man in Kooperation mit Seniorkom, dem Webportal für Senioren, der älteren Generation die Möglichkeiten der Internetnutzung näher zu bringen, ihnen den Alltag zu erleichtern und ihre Lebensqualität zu erhöhen. Auch für die Jugendlichen habe man mit "jugend2help" ein spezielles Angebot von help.gv.at geschaffen.

Zur Barrierefreiheit von Internetseiten merkte Silhavy an, dass im E-Government-Gesetz die Zielsetzung gesetzlich verankert sei, barrierefreie Zugänge zu behördlichen Internetauftritten umzusetzen. Man sei hier auf einem guten Weg, help.gv.at habe den Level Triple A der WAI (Web Accessibility Initiative)-Richtlinie erreicht. Im Zusammenhang mit der Barrierefreiheit richtete Silhavy auch einen Appell an die Wirtschaft, hier mehr Initiativen zu setzen.

Erfreut zeigte sich Silhavy auch, dass zwischen 30. November und 2. Dezember 2008 die EU-Ministerkonferenz zum Thema "e-inclusion" in Wien stattfindet. Bei dieser Konferenz werde es möglich sein, eine europäische Bestandsaufnahme zu machen und wichtige Themen wie Partizipation und die Wohlstandssteigerung durch vermehrte IKT-Nutzung zu diskutieren. (Schluss) sw

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