Silhavy: Chancen des Internets für alle nutzbar machen

Bundesministerin Silhavy bei Jahrestagung von Internet Summit Austria 2008

Wien (OTS) - Anlässlich der Jahrestagung von "Internet Summit Austria" unterstrich Medienministerin Heidrun Silhavy heute die Notwendigkeit des barrierefreien Zugangs zu diesem neuen Kommunikationsmedium. Silhavy: "Wir müssen den sogenannten "digital gap" überwinden. Das bedeutet für uns politisch dafür zu sorgen, dass wir die regionalen, sozialen und geschlechtsspezifischen Barrieren ebenso abbauen wie die Barrieren, die noch für behinderte Menschen bei der Nutzung dieser Technologie bestehen. Wir sollten die Technologie als Chance für eine verstärkte gesellschaftliche Integration nutzen. Das Internet soll einbeziehen und nicht ausschließen."

Im gesamteuropäischen Vergleich liegt Österreich bezogen auf die reinen Internet-Nutzungsdaten inzwischen im oberen Drittel. Auch weist die Nutzung insgesamt äußerst dynamische Wachstumsraten auf. Waren es im Jahre 2000 rund 40% der ÖsterreicherInnen, die das Internet genutzt haben, so sind es heute um die 65%. 35% der Bevölkerung können jedoch nicht erreicht werden. Silhavy: "Wenn wir uns darüber einig sind, dass wir es uns weder aus sozialpolitischer, noch aus gesellschaftspolitischer und demokratiepolitischer Perspektive leisten können, noch leisten wollen, rund 35% der Bevölkerung gewissermaßen "draußen" zu haben, dann müssen wir uns auf die Bedürfnisse dieser Gruppen einstellen. Nur so werden wir sie auch wirklich erreichen können." Signifikante Unterschiede bei der Nutzung zeigen sich auf Grund von sozioökonomischen Kategorien wie Geschlecht, Alter, Bildung und Einkommen. Forschungen dokumentieren, dass die IKT-Nutzung nicht prinzipiell neue Diskriminierungen verursacht. Im Wesentlichen werden jedoch bereits bestehende sichtbarer gemacht und verstärkt. Das heißt, die digitalen Klüfte verstärken existierende Diskriminierungen in Bezug auf Geschlecht, Alter, Schulbildung und Einkommen.

Als Gegenstrategie forderte die Ministerin neue Initiativen vor allem in den Breichen Bildungs- und Forschungspolitik und Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Silhavy "Es gibt Schätzungen der UNESCO, wonach in Österreich an die hunderttausend Menschen leben, die nur über ungenügende Fertigkeiten in Lesen, Schreiben und Rechnen zur Bewältigung alltäglicher Aufgaben verfügen. Hier sind alle Bildungseinrichtungen, von den Schulen bis zu den Institutionen der Erwachsenen- und Weiterbildung gefordert. Hier müssen wir uns bessere Strategien überlegen, wie wir vor allem an jene Menschen herankommen, die wir nicht mehr in den Schulen oder in anderen Ausbildungseinrichtungen ansprechen können. Das heißt zugleich aber auch, dass wir uns fragen müssen, ob wir bislang die richtigen Mittel eingesetzt haben oder ob wir hier nicht andere Maßnahmen ergreifen sollten.

Als zentrales Ziel nannte Bundesministerin Silhavy die Verfügbarkeit des Internets und den Zugang zu Informationen und öffentlichen Dienstleistungen für alle zu gewährleisten. Möglich sollte dies durch einen Abbau von technischen und sozialen Barrieren werden. Um dies zu erreichen, soll in den kommenden Jahren der öffentliche Internet-Zugange verstärkt angeboten werden, wie die Bundesministerin ausführte. Als Nutzungsorte sind Bibliotheken, die Servicestellen des AMS oder SeniorInnenheimen vorgesehen. Bereits jetzt existieren in Österreich rund 900 Multimediasäulen, die einen kostenlosen Zugang ermöglichen.

Die Ministerin wies auf die Vorbildfunktion des Bundes beim barrierenfreien Zugang hin. So sind etwa elektronische Dokumente nun auch für Menschenlesbar, denen dies bislang in der "Papierwelt" verwehrt war. Blinde und sehbeeinträchtigte Personen können selbständig Dokumente lesen und mittels elektronischer Signatur unterzeichnen. Die Amtssignatur können sie selbst elektronisch prüfen und sich so von der Unversehrtheit des amtlichen Dokuments überzeugen. Silhavy: "Wir haben im EGovernment- Gesetz die Zielsetzung gesetzlich verankert, barrierefreie Zugänge zu behördlichen Internetauftritten umzusetzen. Die Bundesverwaltung ist hier auf einem sehr guten Weg, den wir konsequent weiter gehen und die Zugänglichkeit der Webangebote weiter optimieren müssen. Unaufschiebbaren Handlungsbedarf haben wir vor allem auch im Bereich der Länder und Gemeinden. Mir würde es gefallen, käme es zu einem "Wettlauf" zur Verbesserung der Barrierefreiheit. Ich denke, dass Behörden dadurch auch einen Imagegewinn erzielen können, wenn Sie zeigen, dass dieses Engagement groß geschrieben wird und praktisch gelebt wird.

Europaweit sind bisher lediglich 5% der öffentlichen Webangebote behindertengerecht. Nicht zuletzt um dies zu verbessern, wird noch heuer vom 30. November bis 2. Dezember eine große MinisterInnenkonferenz in Wien stattfinden.

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