Mölzer: EU-Maßnahmen gegen Finanzkrise müssen mehr als Kosmetik sein

Für strenge EU-weite Mindeststandards bei der Finanzmarktaufsicht und Schutz vor den wahnwitzigen Auswüchsen des US-amerikanischen Spekulantentums

Wien (OTS) - Die Maßnahmen der EU gegen die internationale Finanzkrise dürfen sich nicht auf Kosmetik beschränken, sagte der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer zu der von der EU-Kommission vorgeschlagenen stärkeren Regulierung des Bankensektors. "Die von Binnenmarktkommissar McCreevy vorgeschlagene Mithaftung der Banken beim Weiterverkauf von Kreditrisiken ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wenn aber die Geldinstitute nur fünf Prozent des jeweiligen Kreditrisikos in ihren Büchern behalten müssen, dann ist das eindeutig zu wenig. Besser wäre eine Selbsthaftung von 15 Prozent, wie es ursprünglich geplant war, aber offenbar ist die Kommission vor dem internationalen Spekulantentum in die Knie gegangen", betonte Mölzer.

Weiters meinte der freiheitliche EU-Mandatar, daß nicht die Symptome, sondern die Ursachen der gegenwärtigen Finanzkrise bekämpft werden müßten: "Der Grund für das derzeitige Schlamassel ist die Profitgier des US-amerikanischen Spekulantentums, von dem auch der europäische Bankensektor angesteckt wurde. Auf den internationalen Finanzmärkten, vor allem in den USA, herrschte in den vergangenen Jahren eine Casino-Mentalität, und wirtschaftliche Vernunft war ein Fremdwort. Daher muß überlegt werden, wie sich Europa zu seinem eigenen Schutz vor den wahnwitzigen Auswüchsen des US-Finanzmarktes abschotten kann", stellte Mölzer fest.

Um in Zukunft eine Wiederholung der derzeitigen Finanzkrise zu verhindern, müsse die Finanzmarktaufsicht drastisch verschärft werden, forderte Mölzer: "Die EU braucht zwar keine eigene Aufsichtsbehörde, die nur mehr Bürokratie schaffen würde. Aber für die nationalen Kapitalmarktregeln müssen strenge, EU-weite Mindeststandards gelten. Denn es muß verhindert werden, daß die Allgemeinheit für die Profitgier des internationalen Spekulantentums die Zeche zahlen soll", schloß der freiheitliche EU-Abgeordnete.

Rückfragen & Kontakt:

FPÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0001