Wir gratulieren Runde Geburtstage im Oktober

Wien (PK) - Im Oktober feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

das Mitglied des Europaparlaments und ehemalige Abgeordnete Dr. Hubert PIRKER (V) - 60. Geburtstag am 3. Oktober,

der ehemalige Bundesminister sowie das Mitglied des Europaparlaments a.D. und ehemalige Abgeordnete Dr. Friedhelm FRISCHENSCHLAGER (L) -65. Geburtstag am 6. Oktober,

der ehemalige Abgeordnete Hugo WESTREICHER (V) - 75. Geburtstag am 6. Oktober,

der Staatssekretär a.D. Abgeordneter Dr. Alfred FINZ (V) - 65. Geburtstag am 7. Oktober,

der Bundesminister und Präsident des Nationalrates a.D. Bundespräsident Dr. Heinz FISCHER (S) - 70. Geburtstag am 9. Oktober,

die ehemalige Abgeordnete Anna HUBER (S) - 60. Geburtstag am 10. Oktober,

der ehemalige Abgeordnete Helmuth STOCKER (S) - 70. Geburtstag am 10. Oktober,

der ehemalige Bundesrat Karl WILFING (V) - 75. Geburtstag am 14. Oktober,

die ehemalige Abgeordnete Adelheid PRAHER (S) - 75. Geburtstag am 16. Oktober,

der ehemalige Bundesrat und Abgeordnete Hofrat Prof. Hans MATZENAUER (S) - 75. Geburtstag am 20. Oktober,

der ehemalige Abgeordnete Komm.-Rat Werner WINSAUER (V) - 80. Geburtstag am 21. Oktober,

der ehemalige Bundesrat Norbert PICHLER (S) - 70. Geburtstag am 22. Oktober,

der Bundesrat Walter MAYR (V) - 65. Geburtstag am 25. Oktober.Heinz Fischer - der Bundespräsident wird 70

Heinz Fischer, der am 9. Oktober seinen 70. Geburtstag feiert, hat den größten Teil seiner beruflichen wie politischen Karriere im Parlament zurückgelegt. 1961 begann er als Jurist im Sozialistischen Klub, zehn Jahre später zog er als Abgeordneter in den Nationalrat ein. 1975 - 1983 war er Klubobmann, von 1983 bis 1987 war Fischer Wissenschaftsminister, von 1987 bis 1990 wieder Klubobmann, von 1990 bis 2002 Nationalratspräsident und schließlich vom 29. Dezember 2002 bis 16. Juni 2004 Zweiter Präsident des Nationalrats. Seit 8. Juli 2004 ist Heinz Fischer Bundespräsident. Er zählt zu den prägenden Politikerpersönlichkeiten der Zweiten Republik.

Das Licht der Welt erblickte Heinz Fischer am 9. Oktober 1938 in Graz. Die Kriegsjahre verlebte er in Wien. In eine sozialdemokratische Familie hineingeboren, wurde er früh erwachsen und erkannte die Grausamkeit dieses Regimes. Fischers Vater Rudolf schloss sich nach dem Kriegsende sofort der wieder gegründeten Sozialdemokratie an. Dabei war Rudolf Fischer kein "kleiner Fußsoldat" - er gehörte 1954 bis 1956 als Staatssekretär der Bundesregierung an -, sodass Heinz Fischer praktisch von klein auf mit der hohen Politik aufwuchs, trafen sich doch in der Wohnung der Eltern immer wieder prominente SPÖ-Funktionäre zum Gedankenaustausch. Für Heinz Fischer war es dann auch beinahe eine Selbstverständlichkeit, zum erstbesten Zeitpunkt selbst in den Reihen der Arbeiterbewegung aktiv zu werden. Als sich 1953 der Verband Sozialistischer Mittelschüler konstituierte, zählte Fischer zu den Gründungsmitgliedern.

Nach der Matura begann er 1956 an der Universität Wien Jus zu studieren und wechselte demgemäß in den VSStÖ über. Nur wenig später "schnupperte" der künftige Nationalratspräsident erstmals "parlamentarische Luft", wählten ihn die Studenten doch als Vertreter des VSStÖ zum Mandatar der Österreichischen Hochschülerschaft, ein Amt, das Fischer von 1959 bis 1961 ausübte. In diesem Jahr promovierte Fischer auch zum Doktor der Rechte.

Nun lag für ihn eigentlich der weitere Lebensweg als Jurist auf der Hand, doch plötzlich erhielt er das Angebot, als Rechtsexperte Mitarbeiter des SPÖ-Parlamentsklubs zu werden. Nach kurzem Überlegen nahm er an und bezog damit erstmals im Hohen Haus ein Büro. In den folgenden Jahren prägte er zunächst mit Leopold Gratz, später in alleiniger Verantwortung, die Arbeit der sozialistischen Fraktion. Seine kompetente und sachverständige Art fand dabei nicht nur allerorten Beifall, sie prädestinierte ihn gleichsam für "höhere Weihen", und so war es denn auch nicht verwunderlich, dass die SPÖ den 33-jährigen für die Nationalratswahlen 1971 kandidierte. Im November dieses Jahres wurde er als Abgeordneter angelobt und nahm sogleich in der zweiten Reihe des Sitzungssaales Platz, um so eine gute Kommunikationsbasis mit dem neuen Klubobmann Gratz zu haben, da Fischer weiterhin auch die Agenden des Klubdirektors wahrnahm. Ob seiner Erfahrung war er schnell eingearbeitet und wurde zum unverzichtbaren Bestandteil der sozialistischen Parlamentarierriege. Dem trug die Partei Rechnung, als sie Fischer 1975 zum geschäftsführenden Klubobmann - nominell hatte Kanzler Kreisky dieses Amt inne - wählte. Vier Jahre später wurde Fischer auch stellvertretender Parteivorsitzender.

Als sich Anfang der achtziger Jahre das Ende der Ära Kreisky abzuzeichnen begann, zählte Fischer neben Gratz und Blecha - Androsch war im Januar 1981 aus allen politischen Ämtern geschieden - zu den prominentesten "Kronprinzen" des "Sonnenkönigs". Als Kreisky 1983 die neuerliche absolute Mehrheit versagt blieb und er daraufhin zurücktrat, ging die SPÖ eine Koalition mit den Freiheitlichen ein, in der Heinz Fischer das Amt des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung übernahm. Beinahe vier Jahre gehörte er der Bundesregierung an, ehe er im Januar 1987 wieder den Posten des Klubobmannes - und diesmal nicht "nur" geschäftsführend - übernahm.

Nach den Nationalratswahlen 1990 wurde Fischer mit überwältigender Mehrheit zum Nationalratspräsidenten gewählt. In diesem Amt war er nach Anton Benya der am zweitlängsten amtierende Vorsitzende, und in seiner Ära als Präsident des Hohen Hauses standen ihm drei Zweite (Dr. Lichal, Dr. Neisser, DI Prinzhorn) und fünf Dritte (Dr. Schmidt, Mag. Haupt, Dr. Brauneder, Dr. Khol, Dr. Fasslabend) Präsidenten zur Seite.

Doch bei allem Engagement in der Politik hat Fischer nie auf ein zweites Standbein im Berufsleben verzichtet. Schon in den siebziger Jahren unterrichtete er an der Universität Innsbruck Politikwissenschaften, war ordentlicher Universitätsprofessor und etablierte sich in den letzten 30 Jahren auch als Autor zahlreicher politikwissenschaftlicher und historischer Sachbücher, wie "Das politische System Österreichs" (1975) und "Die Kreisky-Jahre" (1993). In der Zwischenzeit legte Heinz Fischer auch seine Memoiren unter dem Titel "Reflexionen" (1998) vor. Für den ORF besprach Fischer 1999 zwei CDs über die Geschichte der Republik.

Unter der Vorsitzführung Fischers wandelte sich das Parlament zu einem Ort der Begegnung. Nicht nur dass die Zahl ausländischer Besuche nach 1990 sprunghaft anstieg - so waren u.a. der spanische König Juan Carlos, Ex-Präsident Michail Gorbatschow oder der Vorsitzende der palästinensischen Autonomiebehörde Yassir Arafat zu Gast -, auch in kultureller Hinsicht konnte das Haus am Ring in den letzten Jahren einen merklichen Aufschwung verzeichnen. Künstler aller Schattierungen, Wissenschaftler und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens kommen immer wieder zu den verschiedensten Veranstaltungen im Parlament zusammen.

Nach seinem - für manche Beobachter überraschend klaren - Wahlsieg bei der Präsidentschaftswahl 2004 über seine Mitbewerberin, die frühere Außenministerin Benita Ferrero-Waldner, wurde Heinz Fischer in der Sitzung der Bundesversammlung am 8. Juli 2004 als Bundespräsident angelobt. Er folgte in diesem Amt auf Thomas Klestil, der kurz vor dem Ende seiner Amtszeit verstorben war.

Friedhelm Frischenschlager 65

Er war Minister, Europaparlamentarier und Abgeordneter für zwei Parteien. Friedhelm Frischenschlager feiert am 6. Oktober seinen 65. Geburtstag.

Geboren 1943 in Salzburg, besuchte Frischenschlager dort Volksschule und Gymnasium, um nach dem abgeleisteten Präsenzdienst 1963 in Wien ein Studium der Rechte zu beginnen, welches er 1969 mit der Promotion zum Doktor iuris abschloss. Schon auf Hochschulboden war Frischenschlager politisch aktiv geworden und brachte es als Spitzenrepräsentant des Rings Freiheitlicher Studenten 1969 bis zum stellvertretenden Vorsitzenden der Österreichischen Hochschülerschaft. Nach Beendigung seiner Studien verblieb Frischenschlager an der Universität; er wurde zunächst Assistent am Institut für Völkerrecht, ab 1971 war er Universitätsassistent am Institut für Politikwissenschaft der Salzburger Universität.

1971 zählte der Jungpolitiker zu den Initiatoren des "Atterseekreises" in der FPÖ, der sich als liberales Gegengewicht zum deutschnational ausgerichteten "Reinthallerkreis" verstand. Innerhalb der Partei machte Frischenschlager schnell Karriere. Bereits seit 1972 gehörte er der Bundesparteileitung an, im selben Jahr zog er für die FPÖ in den Salzburger Gemeinderat ein. Im Juni 1977 wurde Frischenschlager 33-jährig Abgeordneter zum Nationalrat, wo er bald eine zentrale Rolle im Parlamentsklub der FPÖ spielte.

Die FPÖ war zu jenem Zeitpunkt seit fast 20 Jahren von Friedrich Peter geleitet worden, doch als dieser 1978 nicht mehr für den Parteivorsitz kandidierte, kam es zu einem inhaltlichen Ringen um die zukünftige Ausrichtung der Partei. Vertrat der Flügel um Alexander Götz - der 1978/79 Parteivorsitzender war - ein eher deutschnational-konservatives Konzept, so orientierte sich der Flügel um Walter Grabher-Meyer und Norbert Steger - der 1980 zum FPÖ-Obmann gewählt wurde - an liberalen Standpunkten. Letztere Gruppe setzte sich zu Beginn der achtziger Jahre vorerst durch und ging 1983 mit der SPÖ eine Koalition ein. Frischenschlager übernahm im Kabinett Sinowatz den Posten des Verteidigungsministers.

In diesem Amt hatte Frischenschlager freilich wenig Fortune. Die Anschaffung von Abfangjägern ab 1984 stand im Zeichen heftiger Kritik von links und rechts, und als Frischenschlager im Januar 1985 den ehemaligen NS-Kriegsverbrecher Walter Reder per Handschlag begrüßte, musste Kanzler Sinowatz alle Autorität aufbieten, um den Sturz des Ministers zu verhindern. Der Misstrauensantrag der Opposition wurde zwar abgeschmettert, doch Frischenschlager zog sich nach angemessener Zeit aus der Regierung zurück und wurde durch Helmut Krünes ersetzt. Zwischen 1986 und 1993 war Frischenschlager ein bekannter Abgeordneter der FPÖ, ohne allerdings eine wirklich tragende Rolle zu spielen, zumal er nicht zum engeren Kreis des seit 1986 amtierenden Parteivorsitzenden Jörg Haider gehörte.

Als sich Ende 1992 eine Spaltung innerhalb der FPÖ abzuzeichnen begann, schloss sich Frischenschlager der Gruppe um Heide Schmidt an, die im Februar 1993 das "Liberale Forum" aus der Taufe hob. Die neue Partei konstituierte sich auch im Hohen Haus als Fraktion, Friedhelm Frischenschlager wurde ihr erster Klubobmann. In dieser Funktion verblieb er bis 1996, als er für die Liberalen ins Europaparlament gewählt wurde.

Sein Versuch, dieses Mandat bei den Neuwahlen 1999 zu halten, scheiterte jedoch, was sich in der Folge als Menetekel für die Liberalen erwies, die im Herbst 1999 auch den Wiedereinzug in den Nationalrat nicht mehr schafften. Heide Schmidt zog sich von der Parteiführung zurück, in der Folge kam es zu rasch wechselnden Vorsitzen, zu denen im Jahr 2000 auch Friedhelm Frischenschlager zählte. Bei der Nationalratswahl am 28. September 2008 blieb das Liberale Forum deutlich unter den eigenen Erwartungen und unter denen der meisten Meinungsforscher und schaffte den Wiedereinzug in den Nationalrat nicht. (Schluss)

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