Welttierschutztag 2008: Allen Tiere mit mitfühlender Haltung begegnen!

In der Lehre des Buddha werden alle Menschen und Tiere als fühlende Wesen wahrgenommen!

Wien (OTS) - "Trotz Verbesserung der Tierschutzgesetze in den letzten Jahrzehnten ist es noch ein langer Weg, bis alle Menschen im Tier auch wirklich ein fühlendes Wesen erkennen, für dessen Lebensumstände sie die volle Verantwortung tragen", sagt Gerhard Weißgrab, der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft und führt weiter aus:

"Ich sehe im Welttierschutztag am 4. Oktober nicht nur einen wichtigen Gedenktag, sondern auch einen Anlass all jenen Menschen zu danken, die sich Tag für Tag für die Erreichung eines "menschenwürdigen Tierlebens" und das Wohl der Tiere einsetzen. Das sind in erster Linie alle Organisationen, die sich um das Wohl der Tiere und den Erhalt der natürlichen Lebensräume kümmern, ganz besonders aber jeder einzelne Mensch, der seine Verantwortung gegenüber den Tieren wahr nimmt und auch nicht weg sieht, wenn es Missstände aufzudecken und abzustellen gibt. Besonders hervorheben möchte ich hier auch die Arbeit von Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tiertherapeuten. Sie lindern nicht nur die Schmerzen vieler Tiere, sondern arbeiten auch mit Erfolg an der Bewusstseinsbildung der Tierhalter, was artgerechte Haltung betrifft. Bewusstseinsbildung beginnt bereits bei den Kindern, indem ihnen klar gemacht wird, dass Tiere kein Spielzeug sondern fühlende Wesen sind, für die Verantwortung übernommen werden muss.

Den Begriff eines "menschenwürdigen Tierlebens" halte ich für Richtung weisend, impliziert er doch die Verantwortung, die wir Menschen den Tieren gegenüber haben. Das, was Menschen weltweit, aber auch in unserem nächsten Umfeld, den Tieren an Leid zufügen - einfach durch reine Missachtung und Gedankenlosigkeit - ist kein Umgang, der eines Menschen würdig ist. Eine Aufrechnung, wie sie oft vereinfacht formuliert wird, dass Tierrechte so lange kein vordringliches Anliegen sein können, so lange Menschenrechte nicht lückenlos eingehalten werden, ist inakzeptabel und unzulässig. Mitgefühl mit allen Wesen zu üben ist eine unteilbare Anforderung an uns denkende Menschen des 21. Jahrhunderts.

Eine strengere Gesetzgebung allein ist aber nicht die Lösung vieler untragbarer Zustände, sondern letztendlich nur die Einsicht und Erkenntnis jedes einzelnen Menschen. Es geht darum einzusehen und zu erkennen, das wir Teil eines Ganzen sind, zu dem auch das Tier gehört. Auch alte Bräuche und Traditionen, die das Quälen von Tieren mit sich bringen, sind kritisch zu hinterfragen und bieten keinerlei Rechtfertigungsgrund für Tierleid.

Das buddhistische Weltbild ist nicht anthropozentrisch sondern ein Weltbild der gegenseitigen Bedingtheit und Abhängigkeit, in dem das Tier keine untergeordnete Rolle spielt. Daraus leitet sich unsere Verantwortung nicht nur für alle Wesen ab, sondern zwingend schlüssig auch für die ganze Umwelt, als notwendige Basis für alles Leben. Die buddhistische Wurzel für diese Verantwortung entspringt keinem Gebot und keiner Vorschrift, sondern ausschließlich der eigenen Einsicht und Erkenntnis."

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Gerhard Weißgrab
Präsident der ÖBR
Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft
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