Internationale Lohnstückkostenposition 2007 leicht verschlechtert

Wien (WIFO) - Im Jahr 2007 kostete die Arbeitsstunde in
Österreichs Sachgütererzeugung 29,90 Euro und war damit um 7,2% teuer als im Durchschnitt der anderen Länder der EU 15. In der internationalen Arbeitkostenhierarchie nahm Österreich den 11. Rang ein. In den neuen EU-Ländern betrugen die Arbeitskosten einen Bruchteil der österreichischen. Die relative Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgütererzeugung verschlechtert sich seit 2002; dennoch ist sie heute um rund 13% günstiger als Mitte der neunziger Jahre.

Im Jahr 2007 kostete die Arbeitsstunde in Österreichs Sachgütererzeugung 29,90 Euro und war damit um 7,2% teuer als im Durchschnitt der anderen Länder der EU 15. Dieser Betrag setzte sich aus einem Leistungslohn von 15,88 Euro und Lohnnebenkosten von 14,02 Euro zusammen. Der Lohnnebenkostensatz betrug damit 88,3%; er ist im Vorjahresvergleich leicht gesunken.

Österreich nimmt in der internationalen Arbeitkostenhierarchie den 11. Rang ein. Am teuersten war der Faktor Arbeit 2007 in Norwegen (Arbeitsstunde in der Sachgüterproduktion +32% gegenüber Österreich), Belgien (+20%) und Schweden (+17%) sowie Dänemark und Deutschland (+10 1/2%). Wechselkursbedingt rückte die Schweiz (+8%) nach unten. Auch in Frankreich und den Niederlanden kostete die Arbeitsstunde mehr als in Österreich, in Finnland gleich viel. In Großbritannien und Irland zahlt die Sachgütererzeugung um 10% und in Italien um ein Fünftel weniger als in Österreich. Durch die Aufwertung des Euro war 2007 in den USA die Arbeitsstunde um ein Viertel und in Japan um fast 40% billiger. In den neuen EU-Ländern betrugen die Arbeitskosten einen Bruchteil der österreichischen: in Ungarn, Estland und Tschechien knapp 20% der österreichischen, in Polen, Litauen und Lettland 15%, in Rumänien und Bulgarien unter 10%.

Die österreichische Sachgütererzeugung erzielte bis in die jüngste Vergangenheit überdurchschnittliche Produktivitätszuwächse. Nach dem kräftigen Produktionswachstum in den Jahren 2005 und 2006 wurde aber 2007 die Beschäftigung stark ausgeweitet, und der Produktivitätszuwachs lag mit 3,1% um 1 Prozentpunkt unter dem Durchschnitt der Handelspartner, um fast 1 1/2 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der EU-Handelspartner und um fast 2 1/2 Prozentpunkte unter dem Wert für Deutschland.

Obwohl der Arbeitskostenauftrieb in Österreich seit 2002 in Landeswährung um 0,7 Prozentpunkte pro Jahr und zuletzt 2007 um 0,9 Prozentpunkte schwächer war als im Durchschnitt der Handelspartner, stiegen vor allem durch die Aufwertung des Euro die Lohnstückkosten in der heimischen Sachgütererzeugung stärker als im gewichteten Durchschnitt der Konkurrenzländer. Die Lohnstückkostenposition der österreichischen Sachgüterproduktion hat sich seit 2002 pro Jahr um 0,6%, davon zuletzt 2007 um 0,9% verschlechtert. Trotzdem ist sie heute um rund 13% günstiger als Mitte der neunziger Jahre.

Auch die gesamtwirtschaftlichen Lohnstückkosten stiegen in einheitlicher Währung seit 2002 im Durchschnitt pro Jahr um fast 1/2 Prozentpunkt rascher als im Durchschnitt der Handelspartner, entwickelten sich aber zuletzt bei einem Zuwachs von 0,8% im Gleichschritt mit den Handelspartnern.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht 9/2008
(http://www.wifo.ac.at/wwa/jsp/index.jsp?fid=23923&id=33665&typeid=8&
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