Neues Volksblatt: "Rücktritt" (von Werner Rohrhofer)

Ausgabe vom 30. September 2008

Linz (OTS) - Es gibt Situationen, in denen Handeln erforderlich
ist. Keine Frage, nach der Wahlniederlage vom Sonntag war die ÖVP in einer solchen Situationen. Wilhelm Molterer war mit seinem "Es reicht" ein hohes Risiko eingegangen und es hat schließlich am Wahltag nicht gereicht. Molterer ist Manns genug, die Verantwortung zu übernehmen. Was er mit seiner Rücktrittsankündigung getan hat. Und dafür ist ihm Respekt und Anerkennung zu zollen. Zugleich macht Molterer damit den Weg frei für Josef Pröll, vorerst als geschäftsführender Parteiobmann. Dass damit eine neuerliche rot-schwarze Koalition - mit anderen handelnden Personen - zumindest ein Stück näher gerückt sein könnte, das blieb vorerst offen. Faymann und Pröll geht aber jedenfalls der Ruf voraus, dass sie miteinander "können". Eines sollte man aber trotz des Wechsels an der Parteispitze nicht übersehen: Im zurückliegenden Wahlkampf wurden strategische Fehler begangen, die nicht primär Molterer anzulasten sind. Es wird daher auch einer offenen Diskussion darüber bedürfen, wer in der Wiener Parteizentrale für diese Fehler verantwortlich ist und wie sie künftig zu vermeiden sind. Denn die nächste Wahl kommt bestimmt.

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