"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Selbstzufrieden mit der Niederlage"

Die Grünen sind alt: Sie brauchen personellen und inhaltlichen Wandel.

Wien (OTS) - Wie Uralt-Parteien setzen Grüne nach dem Verlust von rund 86.000 Wählerstimmen alle Formen von Anstand, Selbstkritik und Reflexion außer Kraft. Bundesgeschäftsführerin Sburny agierte am Wahlabend angesichts der sich abzeichnende Niederlage mit Abwarten, Van der Bellen war "stolz auf das Ergebnis" und sah sich in seiner "Sturheit bestärkt", für gewaltbereite Tierschützer einzutreten. Glawischnig wischte eine Führungsdebatte sofort vom Tisch.
Also, alles paletti bei den Grünen? Nein. Die Doppelspitze des langjährigen, farblosen und harmoniebedürftigen Chefs Van der Bellen mit Primadonna Glawischnig hat versagt, weil es keine nach außen hin erkennbare und funktionierende Arbeitsteilung zwischen beiden gibt. Es bleibt nur das Bild: Der Sanfte und die Strenge.

Versagt hat die Öko-Partei mit ihren Themen: Klima-, Umweltschutz und Energiesicherheit will jeder Politiker. Keine Perspektive am Arbeitsmarkt und bei Pensionen boten sie der jüngeren Generation. Und nur gegen Studiengebühren zu sein ist populistisch. Von Grünen mit einem Anspruch, europäisch, liberal, weltoffen zu

sein, erwartet man andere Reaktionen: Selbsterkenntnisse, die auch Rücktritte beinhalten, eine Defizit-Analyse und eine Antwort darauf, warum Kerngruppen - Junge und Frauen - massenhaft zu rechten Parteien abwandern. Selbstzufrieden verschlafen Grüne ihre Potenziale.

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