Wien: Neues Buch über Wiener Höhenstrasse erschienen

Wien (OTS) - Aus dem reichhaltigen Fundus des von Flohmärkten und Sammlerbörsen bekanntem Sujet "Wien in alten Ansichten" - man fragt sich, welche Stadt sonst noch im Laufe ihrer Knipser-Geschichte dermaßen große Auflagen über sich selbst auf den Markt gebracht hat -ist kürzlich im Sutton Verlag ein Buch über "Die Wiener Höhenstrasse" erschienen. Verfasst und konzipiert von Johannes Sowa schildert das knapp 100seitige Werk vor allem den 1905 erstmals angedachten, im autoritären Ständestaat dann umgesetzten Bau dieser rein touristischen Strasse. Konzipiert als bewusst manuell und damit Arbeitskräfte bindendes Arbeitsprogramm - der ideologische Versuch, den Freiwilligen Arbeitsdienst in den Mittelpunkt zu stellen, ging nicht auf - entwickelte sich ein bis heute überraschend eigenwillig wirkender Straßenzug mitten durch den stadtnahen Wienerwald, dessen Blickpunkte teilweise noch heute einzunehmen wissen.

Im Vergleich zur 1993 erschienenen, und heute leider vergriffenen Studie des Historiker Georg Rigele über die Höhenstrasse nimmt sich Sowas Bildersammlung vergleichsweise harmlos und "nett" aus, nichtsdestoweniger sind auch im wenigen Text das eine oder das andere Bemerkenswerte dabei: Von der Höhenstrasse als "die" Führerschein-Übungsroute bis zur nicht ausgeführten Sprungschanze des Architekten Adolf Hoch, die ein Atrium für 25.000 Besucher und eine Schanze von 60 Metern Länge beim Cobenzl vorsah. Ähnliches gilt auch für die Geschichte nicht durchgezogener Denkmäler entlang der Strasse. In Summe gewinnt man den Eindruck, dass die Höhenstrasse mit allen ihren Zu- und Abfahrten letztendlich auch die Planer was Design und Ausstattung derselben betraf, überfordert haben dürfte.

Durchgehend schwarz/weiß dokumentiert erinnern die Bilder, die großteils aus der Privatsammlung Sowas, wie aus dem Fundus des Bezirksmuseums Döbling stammen, an untergegangene Noblesse sonniger Sonntagnachmittage, wo man zum Cobenzl oder auf den Kahlenberg ausfuhr, sich zeigte, einander zu Kaffe und Mehlspeise traf. Prestigebauten, wie die Höhenstrasse, haben sicherlich auch andere Städte, über das Lokale dürfte die Wiener Version aber niemals hinausgereicht haben. Mag sein, dass dies auch am Landschaftsgestus liegt: Die Pflege der Blickpunkte kostet Geld und die zerstreuende Optik der Buchenwälder des Wienerwaldes sind in Summe kaum zu unterbinden. Dass Sowa, der an der Höhenstrasse wohnt und dessen Großvater der letzte amtierende Wagenrufer an der Wiener Höhenstrasse war, auch an die Erhaltungskosten in seinem Vorwort erinnert, ist ehrenwert, erinnert aber auch an die Tatsache, dass Städte zu Erben von Geschenken werden können, die man - könnte man es sich aussuchen - gerne jemanden anderen vermachen würde.

Kommenden Mittwoch (1.10.) wird das Buch im Bezirksmuseum Döbling in der Villa Wertheimstein (19., Döblinger Hauptstrasse 96) der Öffentlichkeit vorgestellt. Beginn ist um 19.00 Uhr.

o Johannes Sowa, "Die Wiener Höhenstrasse", 96 Seiten, 150 Abbildungen, Wien 2008, Euro 18,90, Sutton Verlag ( www.suttonverlag.de )

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