Wirtschaftskammer fürchtet um den Ruf der österreichischen Hochschulen

Landertshammer: Abschaffung der Studienbeiträge wird sich negativ auf Hochschul- und Fachhochschulwesen auswirken

Wien (PWK713) - Nachdem ab dem kommenden Sommersemester die Studienbeiträge Geschichte werden sollen, folgt wenig später der weitgehend komplette Wegfall der Zulassungsverfahren an österreichischen Universitäten. "Vielerorts mag man stolz auf diese Art angeblich sozialer Errungenschaften sein, mit einem qualitätsvollen Hochschulsystem hat das aber nichts zu tun", stellt Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, fest. Im Gegenteil sei dies ein Rückschritt für das heimische Hochschulwesen und damit auch für den internationalen Ruf des Wissenschaftsstandorts Österreich.

"In einer einzigen Nachtsitzung des Parlaments ist es nunmehr gelungen, die hochschulpolitische Arbeit von Jahrzehnten in Frage zu stellen", ist Landertshammer überzeugt. Jeder wisse heutzutage um die kritische Bedeutung einer hochstehenden Forschung und Lehre für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmenssektors und für die volkswirtschaftliche Weiterentwicklung eines Landes. "Ein Universitätsbetrieb, der gezwungen ist, Studien und Grade zu Dumpingpreisen zu vermitteln, wird es sehr schwer haben, glaubwürdig wirtschaftliche Anreize zu entwickeln", betont der Bildungsexperte. "Wenn sich zudem international herumspricht, dass an den heimischen Unis praktisch jeder gratis so gut wie alles studieren kann, wird dies der Qualität der heimischen Studien bestimmt nicht zuträglich sein."

Hingegen werde die Studiendauer wieder zunehmen, wie auch der Verwaltungsaufwand für die Unis. "Denn wo bleibt der Ansporn ein Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren, wenn beispielsweise für ein dreijähriges Bachelorstudium erst ab dem 9. Semester Studienbeiträge zu bezahlen sind?", fragt sich Landertshammer. "Und der Aufwand erhöht sich allein dadurch, feststellen zu müssen, ob die berufstätigen Studierenden im abgelaufenen Jahr tatsächlich weniger als 5.000 Euro verdient haben."

Und nicht zuletzt sieht Landertshammer einen beachtlichen Attraktivitätsverlust für die Fachhochschulen, die - so wie bisher -auch in Zukunft weiterhin Studienbeiträge einheben dürfen. "Es bliebe nur mehr die Möglichkeit des freiwilligen Verzichts auf die Beiträge, womit aber die jüngst nach langer Wartezeit erzielte Aufstockung der Normkostenfinanzierung der FH-Studienplätze praktisch wirkungslos bleiben würde", sieht Landertshammer durch die "Wahlzuckerl-Einigung am Rücken der Unis und damit letztlich der Studierenden" insgesamt nur Verschlechterungen für das heimische Hochschulwesen. (Ne)

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