PRÖLL: Vorbildliche Verwendung von Holz im Wohnbereich ausgezeichnet

Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft heute in Salzburg vergeben

Wien (OTS) - "Klimaschutz und Ökologie liegen auch in der Forstwirtschaft im Trend. Bei den heute ausgezeichneten Waldbauern kann man einen deutlichen Schwerpunkt in diesen Bereichen erkennen. Die von den mit dem Staatspreis 2008 ausgezeichneten Projekte und Initiativen reichen vom ersten Biomasseheizwerk im Bundesland Salzburg über die ökologische Ausrichtung der Jagd bis hin zu einer innovativen Aufbereitung von Brennholz. Die meisten Jury Punkte erhielt der Kärntner Waldbauer Konrad Zojer für seine vorbildliche Verendung im Holzbereich. Ich gratuliere ihm sowie allen anderen Preisträgern für ihren Mut, ihre Innovationskraft und vor allem für ihre Vielseitigkeit", so Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll heute anlässlich der diesjährigen Verleihung der Staatspreise für beispielhafte Waldbewirtschaftung beim Österreichischen Waldbauerntag in Salzburg.

Die Waldwirtschaft der Familie Zojer aus Kärnten ist sowohl hinsichtlich der Baumarten als auch der Form der Nutzung sehr naturnah ausgerichtet. Den Staatspreis erhält der Waldbauer Zojer aber nicht zuletzt für sein besonderes Naheverhältnis zu Holz. Diese Beziehung wird in allen Gebäuden des Betriebes der Familie sichtbar, in denen Holz auf die vielfältigste Weise verwendet wird. In besonders eindrucksvoller Form zeigt sich dieses Naheverhältnis zu Holz in vielen Schnitzarbeiten, die Konrad Zojer zu verschiedenen Themen des menschlichen Lebens angefertigt hat.

Aber auch alle anderen Preisträger können sich sehen lassen: Das Benediktinerstift Michaelbeuern aus Salzburg etwa betreibt seit 1985 das erste große Biomasseheizwerk im Bundesland Salzburg und zählt so zu den Pionieren im Bereich Bioenergie. Die AGRAR-Gemeinschaft Eisenberg aus dem Burgenland überzeugte die Jury mit der vorbildlichen Zusammenarbeit und der kostenlosen Bereitstellung von Brennholz für ihre Mitglieder. Auch Erwin Lengauer aus Oberösterreich hat sich zeitgerecht auf die in den vergangen Jahren stark gestiegene Nachfrage nach Brennholz eingestellt und liefert jährlich rund 50 Raummeter Brennholz an private Haushalte in das nahe gelegene Freistadt. Anton und Waltraud Broger aus Vorarlberg verwenden nicht nur im eigenen Betrieb Brennholz aus ihren Wäldern, sondern beliefern auch Abnehmer in Hohenems mit ofenfertigem Brennholz.

Franz und Johanna Haberl aus der Steiermark engagieren sich seit 25 Jahren für die ökologische Ausrichtung der Jagd, die einen waldverträglichen Wildbestand zum Ziel hat. Auch Wolfgang Matzinger aus Niederösterreich ist es gelungen, durch eine konsequente Vorgehensweise bei der Bejagung, dass heute auf der gesamten von ihm bewirtschafteten Waldfläche alle Baumarten ohne Schutzmaßnahmen auskommen. Wie in vielen anderen Fällen zeigt sich auch hier, dass eine naturnahe Waldnutzung nur dann möglich ist, wenn der Wildbestand ein Aufkommen der Naturverjüngung zulässt.

Der Agrargemeinschaft Pfunds aus Tirol gelingt es in vorbildlicher Weise durch optimale Bewirtschaftung der Schutzwälder zu einem bestmöglichen Schutz vor Naturgefahren im Bereich der Gemeinde Pfunds beizutragen. Schließlich gelingt es der Gutsverwaltung Nostitz-Rieneck aus der Steiermark durch kleinflächige Nutzungen, das Naturverjüngungspotenzial bestmöglich auszunützen, wobei sich die Verjüngungsflächen durch eine besondere Vielfalt an Baumarten auszeichnen.

Der heurige Kooperationspreis für erfolgreiche forstliche Gemeinschaften geht an die Waldwirtschaftsgemeinde Ried-Süd aus Oberösterreich. Für die bäuerlichen Betriebe am Rande des Hausrück-und Kobernausserwaldes hat der Wald immer eine wichtige Rolle gespielt. Die WWG Ried-Süd hatte bei der Gründung im Jahr 1997 45 Mitglieder mit einer Waldfläche von 480 Hektar. Heute sind bereits 307 Mitglieder mit insgesamt 3105 Hektar Waldfläche dabei. Die Schlagkraft der Organisation kommt vor allem bei Schadereignissen zur Geltung. So konnten durch die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen den Waldbesitzern und der WWG im Frühjahr 2008 15.000 Festmeter Schadholz sehr rasch aufgearbeitet und vermarktet werden.

Seit 1994 vergibt das Lebensministerium den "Staatspreis für beispielhafte Waldwirtschaft" an hervorragend wirtschaftenden österreichischen Waldbauern. Ziel dieser Aktion ist es, die vielfältigen Möglichkeiten, aus dem Wald naturverträglichen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen, aufzuzeigen. Das Selbstverständnis der Waldbauern soll dadurch gestärkt und der Stellenwert der bäuerlichen Waldwirtschaft erhöht werden. Staatspreiswürdig sind besondere Leistungen in den Bereichen Waldbau und Waldnutzung, Vermarktung von Holz und anderen Produkten sowie Anbieten und Erweiterung von forstlichen Dienstleistungen

"Ich bin stolz auf die österreichischen Waldbauern. Österreich ist in der glücklichen Lage, die Ressource Wald in guten Händen zu wissen. Eine Vielzahl von Bauern kümmert sich in ihrer täglichen Arbeit mit Engagement, guter Ausbildung und innovativen Ideen um den Wald. Der Staatspreis ist alljährlich Anlass dafür, die besten Ideen auszuzeichnen und die Arbeit der Waldbauern einem größeren Publikum vorzustellen", sagte Pröll abschließend.

Weitere Infos sowie die Sonderbeilage der Österreichischen Forstzeitung unter www.forstnet.at.

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