ÖAMTC: Nettospritpreise in Österreich sind kein Grund zum Jubeln

Diesel liegt bei richtiger Berechnung sogar 1,1 Cent pro Liter über dem EU-Durchschnitt

Wien (OTS) - Auch heute hat wie jeden Freitag das Wirtschaftsministerium verkündet, dass Österreich bei den Kraftstoffpreisen wesentlich unter dem EU-Schnitt liegt. "Das ist so rechnerisch allerdings nicht richtig", sagt Elisabeth Brandau, Verkehrswirtschaftsexpertin des ÖAMTC. Österreich übermittelt nämlich zur Erstellung des europäischen Spritpreismonitors von den zwei möglichen Steuersätzen immer den höheren nach Brüssel. Da sich die Nettopreise durch "Bruttopreis minus Steuern" errechnen, ergab sich bisher für Österreich am Papier immer ein weit niedrigerer Wert, als er der Wirklichkeit entspricht.

Heute beispielsweise wird laut offiziellem EU-Vergleich Österreich beim Eurosuper-Nettopreis um 4,6 Cent und beim Diesel-Nettopreis um 2,8 Cent billiger als im EU-Schnitt liegen. Nach Berechnung des ÖAMTC mit den echten Steuersätzen, so wie sie bei der weitaus überwiegenden Menge des verkauften Kraftstoffs tatsächlich angewendet werden, präsentiert sich ein anderes Bild: Die durchschnittlichen Nettopreise (Preise ohne Steuern und Abgaben) betragen demnach richtigerweise für Eurosuper in Österreich 0,575 anstatt 0,531 Euro pro Liter und im EU-Durchschnitt 0,577 Euro pro Liter. Der Nettopreis für Eurosuper 95 liegt damit in Österreich nur um 0,2 Cent pro Liter unter dem EU-Durchschnitt. Die vom ÖAMTC errechneten Nettopreise für Diesel betragen in Österreich 0,689 Euro anstatt 0,649 Euro pro Liter und im EU-Durchschnitt 0,678 Euro pro Liter. Der Nettopreis für Diesel liegt damit um 1,1 Cent über dem EU-Durchschnitt.

"Wenn schon bei den Nettopreisen getrickst wird, dann es ist nicht weit her mit dem Politversprechen für mehr Transparenz am Kraftstoff-Markt", sagt die ÖAMTC-Expertin. Der Club hat zum Thema Berechnung der Nettopreise bereits am 13. August dieses Jahres ein Schreiben an das Wirtschaftsministerium mit der Bitte um Aufklärung und Erläuterung gerichtet. Bis heute ist allerdings keine Antwort beim ÖAMTC eingetroffen. "Um zu transparenten Preisvergleichen zu kommen, müssen endlich auf EU-Ebene klare Vergleichsgrundlagen geschaffen werden. Sonst machen Bewertungen und Gegenüberstellungen keinen Sinn und können je nach Interessenslage interpretiert werden", sagt Brandau abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Eva Käßmayer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001