Hilfswerk fordert Spendenabsetzbarkeit

Präsident Othmar Karas: "Gesetzesentwurf ausverhandelt, alle Parteien dafür, worauf warten?"

Wien (OTS) - Bei der "Elefantenrunde" gestern Abend haben sich
alle Spitzenkandidaten der Parlamentsparteien für die Absetzbarkeit von Spenden ausgesprochen. Die anschließende Frage von Moderatorin Ingrid Turnher, warum es sie dann in Österreich nicht gibt, ist eine sehr berechtigte Frage.

"Es gibt einen fixfertigen Gesetzesentwurf", sagt Hilfswerk-Präsident Karas, "Politiker aller Fraktionen setzen sich seit Jahren für die Absetzbarkeit der Spenden ein, und trotzdem wird die Umsetzung immer wieder verschoben!". Dabei belegen Studien des IHS, dass der Wohlfahrtsgewinn die kurzfristigen Steuerausfälle bei weitem übertrifft.", so Karas weiter.

Der kurzfristige Steuerausfall bei Absetzbarkeit von humanitären Spenden würde laut einer Studie des IHS etwa Euro 49 Millionen betragen. Da jedoch dadurch auch mit einem Anstieg des Spendenvolumens gerechnet wird, würde der Wohlfahrtsgewinn den Steuerausfall kompensieren. Dies wäre bereits bei einer durchschnittlichen jährlichen Erhöhung von der Privatspenden um 2,5%, bei Unternehmensspenden um 8,5% der Fall.

"Jahrelang hat man uns immer wieder auf die nächste Steuerreform vertröstet. Jetzt muss die Spendenabsetzbarkeit einfach kommen, wie sie mit drei Ministerien und den Vertretern der NPOs beschlossen wurde. Österreich muss endlich die rote Laterne in Europa abgeben. Humanitäre Spenden müssen auch in Österreich endlich absetzbar werden!", so Karas abschließend.

Eckpunkte der neuen Regelung sind: Absetzbarkeit von Spenden für humanitäre und soziale Zwecke sowie für Entwicklungszusammenarbeit bis zu 10% des Jahresgewinns (Unternehmen) bzw des Jahreseinkommens (Private). Die Vertreter der Hilfsorganisationen treten für eine strenge Überprüfung der Mittelverwendung ein und eine Ausweitung der steuerlichen Spendenabsetzbarkeit auch auf ökologische Zwecke.

Die Chronologie der Arbeitsgruppe Spendenabsetzbarkeit: Am 16. Jänner 2005 vereinbarten der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser und Hilfswerk-Präsident Othmar Karas die Einsetzung einer Arbeitsgruppe. Am 16. Februar 2005 wurde bei einem Spendengipfel mit den größten NPOs im Finanzministerium die weitere Vorgangsweise beschlossen. Von 7. April 2005 bis 24. Jänner 2006 analysierte die eingesetzte Arbeitsgruppe aus Vertretern von NPOs und der Ministerien BMF, BMSG und BmaA in 7 Sitzungen die Spendenvolumina und -modelle Österreichs und vergleichbarer Länder, mögliche Kosten und Steuerausfälle sowie Kontrollmechanismen. Schließlich einigte sich die Arbeitsgruppe auf ein gemeinsames Papier, das in einen Legislativtext gegossen wurde. Grasser gab eine Verwendungszusage, dass die Spendenabsetzbarkeit spätestens mit der nächsten Steuerreform auch in Österreich Realität wird.

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