Weltverhütungstag: Sexualität - Ein Thema für den Unterricht

Das Wiener Programm für Frauengesundheit bietet professionelle, kostenlose Sexualaufklärung für Wiener Schulen an

Wien (OTS) - Die ständige Präsenz von Sexualität in den Medien führt nicht zu mehr Wissen bei Jugendlichen, im Gegenteil. Gemeinsam mit Defiziten in der Aufklärungsarbeit sind viele Jugendliche tiefgreifend verunsichert in Bezug auf ihre eigene Sexualität. Riskantes Verhütungsverhalten kann die Folge sein. Das Wiener Programm für Frauengesundheit hat daher in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Sexualpädagogik ein bundesweit einzigartiges Projekt entwickelt: Ein professionell ausgebildetes Team, bestehend aus SexualpädagogInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und ÄrztInnen, besucht seit 2006 die öffentlichen Schulen Wiens. Das Team bietet für die 8. Schulstufe kostenlose sexualpädagogische Workshops an, die von SchülerInnen und LehrerInnen hervorragend angenommen werden.

"Das Wiener Programm für Frauengesundheit bietet durch kompetente Aufklärung in dieser Schulstufe eine bedeutende Grundlage für späteres Handeln", betont am Freitag Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely. "Gerade wenn aktuelle Studien zeigen, dass jeder fünfte Jugendliche zu wenig über Verhütung bescheid weiß, ist es besonders wichtig, alle 14-jährigen Schülerinnen und Schüler zu erreichen, bevor sie die Schule wechseln oder ins Berufsleben einsteigen. Denn in dieser Altersstufe ist das Interesse am Thema am stärksten, gleichzeitig herrscht hier aber auch große Unsicherheit durch Fehlinformationen und Falschinterpretationen", erklärt Wehsely. Die sexualpädagogischen Workshops finden im Schuljahr 2008/09 in 50 Klassen in den Bezirken 16. und 17. statt. So werden rund 1150 SchülerInnen direkt erreicht.****

"Nur was ich schätze, kann ich schützen"

"Je vertrauter den Jugendlichen der eigene Körper und die eigenen Gefühle sind, desto selbstbewusster und verantwortungsvoller können sie sich in für sie ungewohnten Situationen verhalten", berichtet die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. "Das ist nicht nur die Voraussetzung für den richtigen Einsatz von Verhütungsmitteln, sondern ermöglicht es auch, auf sexuelle Aggression kompetent zu reagieren." Die ExpertInnen legen daher besonderen Wert auf die Vermittlung von Körperkompetenz und die Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen. Das Team um den Sexualpädagogen Mag. Wolfgang Kostenwein holt die Jugendlichen dort ab, wo sie sich befinden: Scheinbar gut informiert, sind die SchülerInnen zum Großteil nicht in der Lage, das theoretische Wissen praktisch umzusetzen. Ausgehend von der Lebenswelt der Jugendlichen werden in den zweistündigen sexualpädagogischen Workshops wichtige Informationen zu Empfängnisverhütung, Schwangerschaft, sexuell übertragbare Krankheiten und Beziehungen weitergeben.

Die SchülerInnen bewerten die sexualpädagogischen Workshops, die vom Wiener Programm für Frauengesundheit voll finanziert werden, ausgesprochen positiv. 90% bekunden ein hohes Interesse an den Themen des Workshops und schätzen die gute und offene Atmosphäre, in der die Schulung stattfindet. Auch die LehrerInnen, mit denen das ExpertInnen-Team begleitend ausführliche Beratungsgespräche führt, zeigen sich von dem Angebot begeistert und loben die notwendige und zeitgemäße sexualpädagogische Aufklärung der Jugendlichen.

Kompetente Informationen auch für Erwachsene

Die richtige Verhütungsmethode zu finden, ist nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene eine Herausforderung. Die jeweilige Lebenssituation, die gesundheitliche Verfassung, Wünsche und Bedürfnisse müssen bei der Wahl des geeigneten Verhütungsmittels berücksichtigt werden. Die Broschüre "Entscheiden Sie sich richtig ... bei Liebe, Sexualität und Verhütung" des Wiener Programms für Frauengesundheit und der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) in Kooperation mit dem Salzburger Frauengesundheitszentrum ISIS und dem Frauenbüro der Stadt Wien (MA 57) hilft mit Informationen über das Für und Wider der einzelnen Methoden, eine Entscheidung zu treffen. Daneben findet man in der Broschüre auch wichtige Adressen von Beratungseinrichtungen und Anlaufstellen sowie praktische Tipps zur Vorbereitung auf den Besuch bei der Ärztin/beim Arzt. Die Broschüre erscheint bereits in der 3. Auflage und ist auch in Bosnisch/Kroatisch und Türkisch erhältlich.

Die Broschüre kann bei der Broschürenhotline des Fonds Soziales Wien kostenlos unter 4000-66100, broschueren@fsw.at oder über das Webbestellformular unter www.fsw.at angefordert werden. (Schluss) baj/bwp

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Fonds Soziales Wien
Wiener Programm für Frauengesundheit
Leitung: Univ. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger
1030 Wien, Guglgasse 7-9
Telefon: 01 4000-66773
Fax: 01 4000-99-66110
E-Mail: frauengesundheit@fsw.at
Web: www.frauengesundheit-wien.at

Österreichisches Institut für Sexualpädagogik
Mag. Wolfgang Kostenwein
1190 Wien, Sollingergasse 23/22
Telefon: 01 328 66 30
E-Mail: team@sexualpaedagogik.at
www.sexualpaedagogik.at

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