Europäischer Tag der Sprachen: Grüne Jarmer pocht auf barrierefreie Bildung

Glawischnig: ORF muss Barrieren völlig abbauen

Wien (OTS) - Die Grünen waren immer VorreiterInnen in der Behindertenpolitik. Für die bevorstehende Nationalratswahl ist eines klar: der Wille, Dinge zu verändern, endet nicht mit dem 28. September. Die Grünen wollen vor allem langfristig ein gesellschaftliches und politisches Umdenken in Sachen Behinderung in Gang bringen. Das gilt für die Bereiche Bildung, Information und Kommunikation genau so wie für die physische Barrierenfreiheit in Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Mit Helene Jarmer, der grünen Kandidatin zum Nationalrat, ist Bewegung in den politischen und gegenwärtigen Wahlkampfalltag gekommen. Jarmer kommt aus der Gehörlosenpolitik und will vor allem die Bildungsthematik vermehrt diskutieren: "Die nächste Regierung muss sich stärker um die Integration von behinderten Kindern in Schulen bemühen und die Arbeitsplatzsituation von Behinderten verbessern helfen. Bildung und hochwertige Arbeit sind die einzige Chance nicht zum ,Sozialfall’ zu werden." , sagt Jarmer am Europäischen Tag der Sprachen, dem 26. September. Die Pädagogin Jarmer, selbst gehörlos, streicht dabei als Beispiel hervor, dass Gebärdensprache in fünf von sechs Schulen für Gehörlose nicht Unterrichtssprache ist. Eine Tatsache, die dazu führt, dass es bei gehörlosen Kindern und Jugendlichen einen gewaltigen Bildungsrückstand gibt. "Das Unterrichtsgesetz muss dahingehend umgehend geändert werden und generell auf Barrierefreiheit adaptiert werden", fordert Helene Jarmer, langjährige Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes.
Gemeinsam mit Eva Glawischnig betont Jarmer, dass es in der Behindertenpolitik vor allem darauf ankommt, Menschen mit Behinderung zu fördern "Dann stünden ihnen auch Tür und Tor zu Chefetagen oder sportlichen Höchstleistungen offen: Leider sind diese Menschen aber noch Pioniere und es ist noch lange keine Selbstverständlichkeit, dass behinderte Menschen - egal welche Behinderung sie haben - ein selbstbestimmtes Leben führen können", betont Glawischnig.

Neben einer Veränderung der Schul- und Bildungspolitik ist es den beiden Grünpolitikerinnen Jarmer und Glawischnig wichtig, allen Menschen die GIS-Gebühren zahlen einen barrierefreien Zugang zur Informationsquelle ORF zu ermöglichen. "Hier steckt der ORF leider noch in den Kinderschuhen", beklagt Helene Jarmer. Und man wolle sich auf breiter Basis für Gleichberechtigung einsetzen. Glawischnig:
"Hier geht es nicht um politische Kampagnen, hier geht es um Menschenrechte. Und die müssen verwirklicht werden."

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