Kriminalpolizei: "Maulkorb-Politik" ist unerträglich

Polizeigewerkschaft kritisiert Umgang mit Kritikern

Wien (PG) - "Die Zustände bei uns sind katastrophal, und von oberster Stelle wird ‚Maulkorb-Politik’ betrieben", schlägt der in der Polizeigewerkschaft für die Wiener Kriminalpolizei zuständige Personalvertreter, Ludwig Karl, Alarm. "Selbst Hinweise, dass bestimmte Entscheidungen in der Praxis nicht umsetzbar sind, werden entweder ignoriert oder unterdrückt", ergänzt Armin Ortner, ebenfalls Personalvertreter bei der Wiener Kriminalpolizei.++++

Entgegen jeglicher Realität bezeichnet Innenministerin Maria Fekter unermüdlich die Polizei als "modernes Unternehmen mit modernen Managementmethoden". Karl: "Wenn das modern ist, was sich bei uns abspielt, dann fresse ich den sprichwörtlichen Besen". Ortner:
"Tatsache ist, dass eingeschüchtert und verunsichert wird. Das ist weder modern noch menschenwürdig."

Ortner und Karl verwehren sich dagegen, dass Kritik an der Polizeiführung immer gleich als Vernaderung der einzelnen PolizistInnen bezeichnet wird. "Was die Kolleginnen und Kollegen imstande sind zu leisten, haben sie während der Fußballeuropameisterschaft gezeigt. Und sie zeigen es heute noch tagtäglich. Unter den derzeitigen Zuständen noch immer erfolgreiche Polizeiarbeit zu leisten ist eigentlich ein Bravourstück", so die beiden Polizeigewerkschafter.(ff)

ÖGB, 26. September 2008 Nr. 525

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Franz Fischill
Tel.: (++43-1) 534 44/510 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
Mobil: 0664/814 63 11
http://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002