IKT- und Werbewirtschaft: "Branchen-Forderungen nach der Wahl rasch umsetzen"

Drössler/Singer: "Unternehmen der Kommunikationswirtschaft mit mehr als 60.000 Beschäftigten brauchen adäquate Rahmenbedingungen"

Wien (PWK699) - "Die umsatz- und beschäftigungsstarken Branchen Informations-/Kommunikationstechnologie, Kommunikation und Werbung in Österreich machen sich Gedanken für die Zeit nach der Nationalratswahl und formulieren wichtige Anliegen", sagten Günther Singer, Obmann des Fachverbandes der Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen, und Peter Drössler, Obmann des Fachverband Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Um diese zu präsentieren und zu diskutieren, hatten die Interessenvertreter die Mediensprecher aller Parlamentsparteien an den Stand D 620 des Fachverbandes Werbung auf der Österreichischen Medienmesse geladen.

Sinn und Ziel der Forderungen in Richtung der Politik in Österreich ist es, "dass der IKT- und Mediensektor in Österreich mit mehr als 60.000 Beschäftigten, der auch weiterhin überdurchschnittlich zu Wachstum und Steigerung der Produktivität beitragen wird, adäquate Rahmenbedingungen braucht. Investitionen in den Breitbandausbau und so genannte Next Generation Networks müssen durch geeignete rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ermöglicht werden." Das sei aber "nicht Selbstzweck, sondern soll sicherstellen, dass jeder Bewohnerin und jedem Bewohner dieses Landes Zugang zu Medien, zu moderner Infrastruktur und darauf basierenden Anwendungen hat", unterstrichen Singer und Drössler.

Im Fokus des Forderungskataloges stehen drei große Notwendigkeiten:
Erstens die Beseitigung von Benachteiligungen des Kommunikationsstandorts Österreich: Da drängen die beiden Fachverbände massiv auf die ersatzlose Beseitigung der Werbeabgabe, einer in Europa einzigartigen, wachstumsfeindlichen Besteuerung für kommerzielle Kommunikation und sprechen sich vehement gegen die Einführung einer "Content-Abgabe" aus.

Weil neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch private -kommerzielle wie nicht-kommerzielle - Anbieter einen wesentlichen Beitrag zur Medien- und Meinungsvielfalt leisten und qualitativ hochwertige Inhalte zur Verfügung stellen, sieht die Kommunikationswirtschaft eine umgehende Beschlussfassung zur Etablierung einer Medienförderung für elektronische Medien als unbedingt erforderlich an. Eine ausreichende Dotierung, das bedeutet laut Singer zumindest 20 Millionen Euro aus jenem Teil der Programmentgelte, der nicht dem ORF zufließt, müsse ebenfalls so rasch als möglich sichergestellt werden.

Zweitens gelte es im Überschneidungsfeld von Werbung und Medienpolitik alle nur möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um weitere Werbeverbote und Werbebeschränkungen zu verhindern. Das betrifft aus Sicht der Experten insbesondere die Bereiche Autowerbung, Werbung für Alkoholprodukte und für Lebensmittel sowie die Nährwertkennzeichnung).

Drittens machten Drössler und Singer Behördenstrukturen als Hemmschuhe für ökonomisches und effizientes Wirtschaften aus: Bei der Vergabe von Aufwendungen für "Public Information", also zur Information von Herrn und Frau Österreicher, zu Themen mit Informationswert, ortet die Werbewirtschaft neben mangelnder Transparenz auch oft das Fehlen fachlicher Qualifikation der ausschreibenden Stelle. "Abhilfe geschaffen werden könnte da durch die Einbeziehung qualifizierter, unabhängiger Branchen-Experten und Pitch-Berater aus den Bereichen Werbung, Kommunikation und PR", so Werbe-Obmann Drössler. Ebenso müssten die Bemühungen für (mehr) Transparenz bei Vergaben von Etats der öffentlichen Hand gesteigert werden: "Das ist nicht nur aus Gründen der Wahrung der Chancengleichheit unter den Marktteilnehmern, sonderm auch im Interesse eines optimalen Einsatzes öffentlicher Mittel notwendig."

Unbestritten ist aus Sicht der Experten auch die Notwendigkeit der Vermittlung von moderner Kommunikationstechnik und mehr IKT-Know-How in der Aus- und Weiterbildung in Österreich. Dazu und zur Stärkung der dualen Ausbildung kann der neue Lehrberuf "Werbegestaltung" beitragen. Deshalb soll das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit in Abstimmung mit dem Berufsausbildungsbeirat die entsprechende Ausbildungs-Verordnung rechtzeitig erlassen. Das würde ermöglichen, dass im Schuljahr 2009/2010 die ersten Lehrlinge ausgebildet werden können.

Eine weitere Forderung hat die Vermeidung bzw. Verringerung der "digitalen Kluft" zum Ziel, "das bedeutet, dass der Zugang zu Medien und Informationen ungeachtet von sozialer Herkunft, Lebensalter und Geschlecht möglich sein muss", erklärte Werbe-Obmann Drössler.

"Dieses Forderungsprogramm muss so rasch als möglich von der neuen Bundesregierung umgesetzt werden", deponierten die Obleute Singer und Drössler auf der Medienmesse, dem größten Branchentreff der Kommunikationswirtschaft in Österreich, abschließend. (JR)

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