Hahn sieht Studienplätze für Österreicher/innen in Medizin gefährdet

SPÖ/FPÖ/Grüne-Antrag wird Quote in Medizin die Grundlage entziehen und vor allem deutschen Studierenden nutzen

Wien (OTS) - Der Antrag zur Abschaffung der Studienbeiträge sieht unter anderem auch einen Ausbau der Medizinanfängerplätze von 1.500 auf 2.400 (oder 2.550) Anfängerplätze vor. Derzeit sind 75 % der Studienplätze für Inhaber mit österreichischem Reifezeugnis reserviert. Die Argumentation zur Rechtfertigung der sogenannten Medizinerquote fußt unter anderem auf mehreren Ärztebedarfserhebungen, die einen Bedarf zwischen 800 und 1.200 Ärzt/innen in den nächsten Jahren prognostizieren. Das Antwortschreiben an die Europäische Kommission wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) den Wissenschaftssprechern aller Parteien zur Verfügung gestellt unter anderem mit dem Ziel in dieser Frage eine einheitliche österreichische Position zu entwickeln und zu vertreten.

Dieser nationale Schulterschluss wird jetzt fahrlässig und leichtfertig gekippt. Wie aus einer rechtlichen Kurzstellungnahme von Univ.-Doz. Dr. Walter Obwexer der Universität Innsbruck hervorgeht, wird die rechtliche Argumentation der Medizinerquote nicht weiter haltbar sein. Zitat aus dem Papier, das dem BMWF vorliegt: "Aus alledem folgt, dass mit der beabsichtigten Erhöhung der Anfängerstudienplätze "Medizin" von derzeit 1.500 auf 2.400 der Hauptrechtfertigungsgrund für die geltende Quotenregelung wegfallen und damit die "Reservierung" von 75 % der Studienplätze für Inhaberinnen und Inhaber in Österreich ausgestellter Reifezeugnisse EU-rechtlich nicht mehr haltbar wäre."

"Damit ist das Fallen der Quote vor der EU-Kommission vorprogrammiert. Da werden Gesetze ohne jegliches Reflektieren der Konsequenzen auf dem Rücken der künftigen österreichischen Medizinstudierenden und auf Kosten der Steuerzahler beschlossen.", mahnt Hahn zur Vernunft. "Machen Sie Österreich nicht zum Dumping-Land für alle möglichen Studienflüchtlinge in Europa.", appelliert Hahn abschließend.

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