Industrie: Mit Abschaffung von Studienbeiträgen droht Hochschulstandort Österreich internationale Mittelmäßigkeit

IV-GS Beyrer: Jungen Menschen höchste Ausbildungsstandards bieten - Universitäten und FHS fehlen Finanzmittel von 150 Mio. Euro jährlich

Wien (OTS) - (PdI) Mit Nachdruck spricht sich die Industrie gegen die für die morgige Sitzung im Nationalrat geplante Abschaffung der Studienbeiträge aus. "Sollte die Abschaffung umgesetzt werden, würden den Universitäten und Fachhochschulen Finanzmittel in Höhe von rund 150 Millionen Euro jährlich fehlen. Solch eine wahltaktische Maßnahme zulasten der österreichischen Universitäten UND Studierenden würde die Qualität des Hochschulstandortes Österreich nachhaltig gefährden. Eine Abschaffung ist sachlich weder begründ- noch nachvollziehbar und widerspricht allen wissenschaftlichen Ergebnissen", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Dienstag. Gleichzeitig sei die Aufrechterhaltung von Zugangskriterien erforderlich. "Österreich würde ansonsten zum einzigen Land Europas mit kostenlosem und offenem Hochschulzugang. Damit droht, dass österreichische Uni-Abschlüsse international als 'zweitklassig’ und der Hochschulstandort als 'mittelmäßig’ gesehen werden. Vor dem Hintergrund der erforderlichen internationalen Positionierung als Bildungsstandort muss aber die hohe Qualität des heimischen Hochschulwesens umfassend gesichert werden", betonte der IV-Generalsekretär.

Beyrer erklärte, vor allem in einem Land mit wenigen natürlichen Rohstoffen sei es wichtig, "jungen Menschen höchste Standards bei ihrer Ausbildung - und damit der Entwicklung des Humankapitals in Österreich - bieten zu können. Wesentlich ist, dass kein fähiger junger Mensch aus finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden soll." Studienbeiträge von etwas mehr als 700 Euro jährlich seien ein mehr als moderater Beitrag für durchschnittliche Gesamtkosten von rund 10.000 Euro pro Studierendem und Jahr. Ein solcher Beitrag sei sozial gerecht und pädagogisch zweckmäßig, weil die Studienwahl besser überlegt werde. Die Industrie stehe für die Auflösung des Paradoxons, "dass Studierende Hochschulbildung konsumieren ohne dafür zu bezahlen, Universitäten Bildung 'produzieren’ ohne sie zu verkaufen und Steuerzahler die Hochschul-Bildung finanzieren ohne die Mittelverwendung zu kontrollieren".

Keine Studie belege die "soziale Selektionsfunktion" von Studienbeiträgen. "Vielmehr hat sich an der sozialen Zusammensetzung der Studierenden auch in den Jahren des Gratis-Studiums nichts geändert. Darüber hinaus entrichten jene Studierende, die aufgrund von sozialer Bedürftigkeit Stipendien beziehen, jetzt bereits keine Studienbeiträge. Derzeit sind das jeder 3. Studierende an einer Fachhochschule und jeder 5. Studierende an der Universität", so Beyrer. Dementsprechend seien die Studierenden- und Absolventenzahlen seit Einführung der Beiträge auch angestiegen.

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