Mit ORF-Interessen unvereinbare Privatisierungsphantasien des Stiftungsratsvorsitzenden

Der ORF-Redakteursrats erinnert an die im ORF-Gesetz vorgeschriebene "Sorgfaltspflicht und Verantwortlichkeit" von Stiftungsratsmitgliedern

Wien (OTS) - Die vom ORF-Stiftungsratsvorsitzenden Klaus Pekarek verbreiteten Phantasien einer Beteiligung von Bundesländerverlagen an den ORF-Landesstudios mögen zwar wohl mit seinen Interessen als langjähriger Raiffeisen-Landesbankdirektor vereinbar sein, aber sicher nicht mit den Interessen des ORF. Der Vorschlag zur (Teil-)Privatisierung von Kernelementen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist nämlich ein Vorschlag zur Zerschlagung des ORF und eindeutig im Widerspruch zu der im ORF-Gesetz vorgeschriebenen "Sorgfaltspflicht und Verantwortlichkeit" von Stiftungsratsmitgliedern.

Völlig vermissen lässt der Stiftungsratsvorsitzende auch die im ORF-Gesetz für Stiftungsräte gewünschten "Kenntnisse des österreichischen und internationalen Medienmarktes", denn sonst könnte er wohl kaum eine Idee lancieren, die in manchen Bundesländern eine selbst im Land besonderer Medienkonzentrationen nie dagewesene Monopolsituation ergäbe.

Wie der ORF-Stiftungsratsvorsitzende es für vereinbar hält offen für private Begehrlichkeiten am öffentlich-rechtlichen ORF einzutreten, ist einmal mehr ein Beweis, wie notwendig eine - von den ORF-JournalistInnen seit Jahren immer wieder geforderte - völlig andere Zusammensetzung des ORF-Aufsichtsgremium, samt klaren und exekutierbaren Unvereinbarkeitsbestimmungen, wäre.

Der ORF-Redakteursrat
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