ÖSTERREICH: Häupl will Rot-Schwarz nur ohne Schüssel und Bartenstein

Wiener SPÖ-Bürgermeister stellt Bedingungen für Neuauflage - Steuerreform bis Sommer 2009:"Die Nulldefizit-Faselei geht mir auf die Nerven."

Wien (OTS) - Der mächtige Wiener Bürgermeister Michael Häupl warnt die SPÖ im Interview mit ÖSTERREICH (Samstagsausgabe) vor einer Koalition mit einer "Schüssel-VP". Auf die Frage, ob er seiner Partei von Rot-Schwarz abrät, wenn Schüssel, Molterer und Bartenstein am Ruder bleiben, sagt Häupl. "Ich mache es in allererster Linie an Schüssel fest. Ich sage aber Bartenstein dazu, weil der nicht Minister sein will, wenn Faymann Kanzler wird." Häupl lehnt Dreierkoalitionen als "streitanfällig und teuer" ab und wünscht sich eine Große Koalition neuen Stils: "Wir brauchen eine stabile Regierung. Aber kein halbwegs intelligenter Mensch kann ,more of the same’ wollen", macht der Wiener SPÖ-Chef klar. Die Variante Rot-Blau lehnt Häupl klar ab: "Bei uns will weit und breit niemand Rot-Blau."

Die Steuerreform will Häupl weiterhin rasch umsetzen, wobei er sich eine Entkopplung von Tarif- und Strukturreform wünscht: "Die Tarifreform wäre bis Sommer 2009 machbar. Aber es geht auch um eine Strukturreform weg von der Besteuerung des Faktors Arbeit." Eine Neuverschuldung nimmt Häupl in Kauf: "Jetzt ist der Zeitpunkt, wo man investieren muss. Die Nulldefizit-Faselei geht mir auf die Nerven, weil sie auf Kosten der Zukunft geht. Ich habe mit einem Defizit auf zwei Jahre kein Problem, wenn man schaut, wie man es wieder abbaut."

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