Kärnten: 100 Jahre Magnesit in Radenthein

LH Haider verlieh RHI das Kärntner Landeswappen - CO2-Zertifikate sind Gefahr für heimische Arbeitsplätze

Klagenfurt (LPD) - Die RHI AG feierte heute, Freitag, mit einem großen Festakt "100 Jahre Magnesit in Radenthein". Der Spezialist für Feuerfestprodukte und Rohstoffe beschäftigt an seinem Standort in der Nockstadt 416 Mitarbeiter. Die Bedeutung des Werkes für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in der Region stand bei den Festreden im Mittelpunkt. Auch die CO2-Zertifikate, die für die Industrie eine enorme Herausforderung darstellen, wurden stark thematisiert.

Landeshauptmann Jörg Haider bezeichnete die CO2-Zertifikate als "von Österreich leichtfertig akzeptierte Umweltbesteuerung". Diese Belastung für die Industrie könne niemand tragen, gab er zu bedenken. Dem müsse die Bundesregierung dringend gegensteuern. Man komme nämlich sonst in Gefahr einer "großflächigen Vertreibung der Industrie aus Österreich". "Es geht hier um Arbeitsplätze, die Zukunft der Wirtschaft und das Schicksal der Jugend im Land", betonte Haider.

Der RHI AG gratulierte und dankte der Landeshauptmann herzlich. Sie sei ein Traditionsbetrieb mit guter Zukunft und ein guter Partner bei der Facharbeiterausbildung. Haider verlieh dem Unternehmen das Recht zur Führung des Kärntner Landeswappens. Für das Radentheiner Schulorchester, das die Feier musikalisch umrahmte, gab es vom Landeshauptmann 15.000 Euro für die Anschaffung von Instrumenten.

Die Entwicklung des Werkes in Radenthein skizzierte Vorstandsvorsitzender Andreas Meier in seiner Festrede. Er betonte, dass Europa angehalten sei, Rohstoffe stärker mit Wertschätzung zu versehen. Sie seien nämlich die Basis für Wohlstand, so wie sie auch in Radenthein Basis für den Aufstieg der Stadtgemeinde gewesen seien. Auch Meier ging auf die CO2-Zertifikate ein. "Hier brauchen wir die Unterstützung der Politiker", betonte er und sagte, dass er auch selbst in Brüssel Lobbying betreibe. Es gehe um die Wertschöpfung in Österreich. "Die Alternative wäre, CO2-Zertifikate zu exportieren und Arbeitslosigkeit zu importieren", warnte Meier.

Am Radentheiner Werk strich der Vorstandsvorsitzende besonders die Erfahrung und Motivation der Mitarbeiter hervor, "die uns um den Tick besser machen als die Mitbewerber". RHI investiere viel in die Ausbildung der Jugend, sowie in den Gesundheits- und Umweltschutz. In der eigenen Lehrwerkstätte würden 40 Lehrlinge pro Jahr ausgebildet.

Finanzstaatssekretär Christoph Matznetter sagte zu den CO2-Zertifikaten, dass "wir hier aufpassen müssen". Hier würde der Kern der Wertschöpfung behindert. "Wir dürfen mit der Industrie nicht unfair umgehen", betonte der Staatssekretär und sagte seine Unterstützung in dieser Frage zu. Weiters hob er in Bezug auf die aktuelle Finanzmarktkrise die Bedeutung der "wirklichen, brauchbaren Produkte" sowie der Rohstoffe hervor.

Grußworte sprachen bei der Feier auch Werksleiter Bernhard Winkler, RHI-Europabetriebsrat Martin Kowatsch, der Sektionschef für Energie und Bergbau, Alfred Maier, Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher, Arbeiterkammerpräsident Günther Goach und Industriellenvereinigungspräsident Otmar Petschnig. Bürgermeister Franz Buchacher dankte dem Werk, das Arbeit und Wohlstand ins Tal gebracht habe. Das Werk habe auch viel für Tourismus und Sport getan sowie ein ausgezeichnetes soziales Netz gespannt.

Bei der Feier waren seitens der Landesregierung auch LHStv. Reinhart Rohr und LR Josef Martinz anwesend. Für die musikalische Umrahmung sorgten der MGV Kaning und das Radentheiner Schulorchester. Es wurden auch Zeichnungen von Volks- und Hauptschülern aus Radenthein bzw. Döbriach zum Thema "Unser Werk" prämiert. Zudem gab es von RHI eine 3.000 Euro-Spende für das SOS Kinderdorf in Mossburg.

Das Werk Radenthein ist innerhalb des weltweiten RHI-Produktionsnetzwerkes als Hersteller von Spezialprodukten und -formaten positioniert. Das Produktportfolio des Werkes umfasst mehr als 15.000 Einzelartikel und ist damit breiter als an allen anderen RHI-Standorten. Mit modernsten Fertigungstechnologien werden vorrangig Feuerfestprodukte für die Stahlindustrie hergestellt. Darüber hinaus ist Radenthein ein strategisch wichtiger Rohstofflieferant für den Konzern. Die Exportquote des Werkes liegt bei über 95 Prozent. Am Standort sind aktuell 416 Mitarbeiter beschäftigt, sie erwirtschaften einen Umsatz von 170 Mio. Euro. 1992 wurden die beiden traditionsreichen österreichischen Unternehmen Veitscher Magnesitwerke und Radex Austria AG verschmolzen, Radenthein wurde Werksstandort. Weltweit hat RHI 7.950 Mitarbeiter. Infos unter www.rhi-ag.com
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