Veränderungen in den Kriminalitätsformen bedürfen Veränderungen in der Kriminalitätsbekämpfung - Erfolgreiche Kriminalitätsreform

Mit Errichtung der Landeskriminalämter (LKA) und des Koordinierten Kriminaldienstes (KKD) Kriminaldienst an internationale Standards angepasst.

Wien (OTS) - Die Reformen in der Exekutive in den letzten Jahren haben Österreich weit mehr als 1000 Polizisten zusätzlich in den Außendienst gebracht. So wurden in Wien wurde durch Reduzierung hierarchischer Strukturen und Entbürokratisierung insgesamt 386 Beamte für den Außendienst frei. Polizisten die vorher im Fundwesen und Führerscheinwesen Innendienst gemacht haben, konnten sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen. Da die Kriminalität nicht an den Stadtgrenzen Halt macht, war es notwendig im Kriminaldienst einheitliche Strukturen und landesweite Kompetenzen zu schaffen.

Da die Kriminalität nicht an den Stadtgrenzen Halt macht, war es notwendig im Kriminaldienst einheitliche Strukturen und landesweite Kompetenzen zu schaffen. Erst 2003 in Wien und 2005 in den Bundesländern mit einer neuen, modernen Organisationsstruktur gelang es die Kriminalität wieder in den Griff zu bekommen.

Schaffung neuer Assistenzbereiche und Sondereinsatzgruppen:
Zusätzlich zu den klassischen Ermittlungsbereichen wurde eine Reihe von innovativen Assistenzbereichen und Sondereinsatzgruppen geschaffen, welche die Ermittler in ihrer Arbeit unterstützen.

In jedem Landeskriminalamt wurde eine eigene Analyseeinheit eingerichtet, die zur Aufgabe hat, Lagebilder zum aktuellen Kriminalitätsgeschehen in jedem Bundesland zu erstellen, Kriminalitätsschwerpunkte und Tatzusammenhänge festzustellen und aufzuzeigen.

Die neu geschaffenen Einsatzgruppen zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) haben sich durch Flexibilität im raschen Einsatz, besonders im Kampf gegen die Eigentumskriminalität und die Suchtmittelkriminalität, bewährt.

Kriminaltechnik wurde verbessert:
Der Sachbeweis erlangt immer größerer Wichtigkeit. Dazu muss die Kriminaltechnik am letzten Stand zu sein, und so erfolgte eine Reihe von Verbesserungen. Der große Ermittlungsbereich Tatort wurde neu strukturiert und dem neuesten Bedürfnissen angepasst. Weiters wurden in jedem Bundesland spezialisierte Tatortgruppen eingerichtet und flächendeckende Netze von sachkundigen Spurensuchern geschaffen. Der Tatortleitfaden wurde reformiert und stellt nun sicher, dass Spuren nach einheitlichen Richtlinien und Standards gesichert werden. Auch in den Labors wurde aufgerüstet. Heute hat jedes Landeskriminalamt eine eigene Kriminaltechnische Untersuchungsstelle in dem die gesicherten Spuren sofort gesichtet und untersucht werden können sowie eine Technikgruppe zur Sicherung von Datenmaterial. So wurde in den letzten Jahren der stetig steigenden Bedeutung des Sachbeweises Rechnung getragen.

Neben der Auswertung von Spuren gewinnt auch die Identitätsfeststellung immer mehr an Bedeutung. Dauerte früher der Abgleich von Fingerabdrucken meist mehrere Tage, so stehen heute in ganz Österreich 156 Erkennungsdienstliche Erfassungsstationen zur Verfügung. Jede dieser Stationen ist rund um die Uhr "online" mit der Zentralen Datenbank verbunden. So können Fingerabdrucke eines Verdächtigen bereits bei der Einvernahme überprüft und Falschidentitäten sofort erkannt werden.

Verstärkte Kriminalprävention:
Eine wesentliche Verstärkung erhielt der Bereich der Kriminalprävention. Im Zuge der Reform wurden die unterschiedlichen Arbeitsweisen bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen überarbeitet, neue Richtlinien zur Präventionsarbeit erstellt und in jedem Bezirk Polizisten zu Präventionsbeamten ausgebildet. Allein im Jahr 2007 konnten so 320.000 Menschen in Österreich durch die vielfältigen Präventivmaßnahmen und Projekte erreicht werden.

Internationale Polizeikooperation:
Mit den Bundeskriminalamt und den Landeskriminalämtern als neue strategische Führungsstellen wurde die internationale Vernetzung Zug um Zug ausgebaut. So konnten durch den Austausch von DNA- und Fingerabdruckdaten seit 5.12.2006 insgesamt über 5200 Treffer erzielt und hunderte Straftaten geklärt werden (davon 15 Morde, 50 Raubüberfälle und 851 Einbruchsdiebstähle).

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Helmut Greiner, Oberst
Pressestelle des Bundeskriminalamtes
Mobil: 0664 8132128

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