Europäische Apfelernte 2008 fällt mit 9,98 Mio. t durchschnittlich aus

Bei Birnen mit 2,16 Mio. t kleinste Menge der vergangenen Jahre

Wien (AIZ) - Die Tafelapfelernte in der EU-27 wird 2008 erneut
nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Mit 9,98 Mio. t erwarten die Teilnehmer am diesjährigen Prognosfruit-Kongress eine durchschnittliche Erntemenge. Nach einem ertragsstarken Vorjahr wird die Apfelernte 2008 in der "alten" EU-15 mit 6,67 Mio. t um rund 7% niedriger ausfallen. Ein deutliches Plus wird dagegen in den neuen Mitgliedstaaten mit Schwerpunkt Polen erwartet. Geschätzte 3,31 Mio. t stellen eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr dar. 2007 hatten Fröste die Apfelernte in den Beitrittsländern stark dezimiert. Heuer übernimmt Polen wieder die Spitzenposition im europäischen Apfelanbau. Dahinter folgen Italien, Frankreich und Deutschland, teilt die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn mit.

Die nur durchschnittliche EU-Ernte (+4% gegenüber dem langjährigen Mittel) ist auf ungünstige Witterungsbedingungen in der Blütezeit sowie auf die in Europa weit verbreiteten Nachtfröste um die Osterzeit zurückzuführen. Die Fruchtgrößen-Entwicklung fällt je nach Witterung (Niederschlagsverhältnisse, Temperatur) regional unterschiedlich aus, für die gesamte EU gilt ein erhöhter Anteil an Hagelware.

Polen verzeichnet mit 2,36 Mio. t ein Plus von 115% zum Vorjahr. Von 163.000 ha Gesamtfläche sind ca. 100.000 ha Erwerbsfläche. Durch eine Zurückbewegung von Arbeitskräften nach Polen reicht die Arbeitskapazität wieder aus, die Saisonarbeiter kommen von der Ukraine und Weißrussland. In Deutschland wird mit 945.000 t eine durchschnittliche Ernte erwartet, das sind 12% weniger als im Rekordjahr 2007. In Südtirol fällt die Ernte frostbedingt mit 910.000 t um 7% geringer als im Vorjahr aus.

Unterschiedliche Entwicklungen bei der europäischen Tafelapfelernte gibt es nicht nur regional, sondern auch bei den einzelnen Sorten. Bei Golden Delicious, Gala und Granny Smith wird eine durchschnittliche Ernte erwartet. Bei Jonagold sind die Ernteerwartungen gut und die Menge dürfte die des Vorjahres übertreffen. Elstar, Braeburn und Cripps Pink werden dagegen das gute Vorjahresergebnis verfehlen.

Österreich: Rückgang der Erntemenge um 16%

Für das heimische Hauptanbaugebiet Steiermark wird nach Angaben der Landwirtschaftskammer Österreich eine Tafelapfelernte von 154.000 t vorhergesagt, das entspricht einem Rückgang von 18% gegenüber 2007. Die Fruchtgrößen dürften ähnlich dem Vorjahr ausfallen. Für ganz Österreich rechnet die Statistik Austria in ihrer jüngsten Prognose mit einer Menge von 182.700 t, was gegenüber der gewaltigen Vorjahresernte einem Minus von 16% und im Vergleich zum langjährigen Mittel auch einer leicht unterdurchschnittlichen Produktion (-3%) entsprechen würde.

EU-Ernte an Tafelbirnen schrumpft um 14%

Die EU-Ernte an Tafelbirnen dürfte heuer auf den niedrigsten Level der vergangenen zehn Jahre fallen. Durch zahlreiche Nachtfröste zur Vollblüte und die anschließend wechselhafte Witterung belaufen sich die Ernteaussichten für die EU-27 lediglich auf 2,16 Mio. t, das sind um rund 350.000 t weniger als 2007. Auf die alten Mitgliedsländer (EU-15) entfallen dabei rund 2,07 Mio. t (-16%), während in den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern mit einer Zunahme um 71% auf 87.000 t gerechnet wird. Der europäische Markt würde aber eine Normalernte vertragen, die geringere Menge kann voraussichtlich nicht durch die südliche Hemisphäre kompensiert werden. Dem entsprechend werden vor allem zu Vermarktungsbeginn höhere Preise erwartet.

In Österreich wird die Winterbirnenernte in den Erwerbsobstanlagen voraussichtlich nur 4.600 t ausmachen und damit um 30% unter dem Vorjahresniveau liegen. Auch gegenüber dem langjährigen Mittel bedeutet dies ein Minus von 9%.
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