ÖAMTC fordert umfassende Evaluierung der Feinstaub-Tempobremse 50 in Wien

Auf gut ausgebauten Straßen schont Tempo 70 Umwelt und Börsel

Wien (OTS) - Im Jänner 2007 wurde im Rahmen des Immissionsluftschutz-Gesetzes (IG-L) für das gesamte Landesgebiet von Wien flächendeckend Tempo 50 eingeführt, um den Feinstaubgehalt der Luft zu senken. Bis jetzt ist kein Zusammenhang zwischen der Entwicklung der Feinstaubbelastung in ganz Wien mit dem Tempolimit nachgewiesen worden. "Die von Bürgermeister Häupl für Mitte September versprochene Evaluierung steht aus, und was im Herbst des Vorjahres als so genannte 'Evaluierung' verkauft wurde, war eine Farce", sagt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer. Daher fordert der Club nun eine umfassende und seriöse Beurteilung der Feinstaub-Entwicklung und des praktischen Zusammenhanges mit den Tempolimits und deren Einhaltung. Denn auf vielen gut ausgebauten Straßen in Wien kann Tempo 70 ohne Bedenken gegen Verkehrssicherheits- und Umweltaspekte gefahren werden. "Bei konstantem Tempo 70 im höchsten Gang ist der Kraftstoffverbrauch sogar bei den meisten Fahrzeugen geringer als bei Tempo 50 mit einem niedrigeren Gang. Das bedeutet, Tempo 70 schont die Umwelt und das Börsel", sagt der Club-Jurist. Außerdem wird von vielen Menschen das unnötige Tempolimit als Zeitdiebstahl empfunden.

Der Maßnahmenkatalog des Landeshauptmannes von Wien vom 15. September 2005 wurde im Spätsommer 2007 zwar überprüft. "Allerdings wurden die Emissionen aus dem Kfz-Verkehr bei einer einzigen punktuellen Messung an einer überdurchschnittlich stark belasteten Stelle gemessen, wo es noch dazu bergauf geht. Mittels 'Hochrechnungen' wurde in weiterer Folge abgeschätzt, dass eine Reduktion der Geschwindigkeit von 70 auf 50 km/h mit einer Verbesserung der Luftsituation für die gesamte Stadt verbunden ist", erklärt der ÖAMTC-Jurist. Mit einer unseriösen Untersuchung stellt die Stadt Wien ihre gesamte Umweltpolitik in Frage.

Die so genannte "Evaluierung" orientierte sich an äußerst ungünstigen Konstellationen, wie sie in Wien extrem selten sind. "Daher entspricht diese Feststellung auch nicht den durch das IG-L verlangten Kriterien für eine Evaluierung", sagt Hoffer. Nachdem eine solche laut IG-L aber alle drei Jahre erforderlich ist, hätte sie bis Mitte September 2008 vorliegen müssen. Der ÖAMTC verlangt nun, zumindest jetzt mit einer umfassenden Evaluierung für den Herbst 2009 zu beginnen und die entsprechenden Daten schon jetzt (insbesondere im Winterhalbjahr) zu erfassen. Dass die Quellen des Feinstaubes vielfältig sind, ist der Stadt Wien bekannt. Der Maßnahmenkatalog enthielt daher auch etwa Maßnahmen für Gewerbebetriebe und Straßenreinigung. Daher sollten auch die Auswirkungen dieser Maßnahmen in die Bewertung eingehen.

Auf ebenen Straßen ist für die heute üblichen Fahrzeuge eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 60 bis 70 km/h aufgrund der Getriebeübersetzungen optimal. Um eine solche Durchschnittsgeschwindigkeit halten zu können, bedarf es einerseits eines Tempolimits von deutlich mehr als 50 km/h (etwa 70 km/h) und andererseits einer Fortsetzung der Optimierung der Ampelschaltungen im Sinne einer "Grünen Welle". Abschließend erinnert der ÖAMTC an seine Forderungen, dass auch die Stadt Wien den Kauf umweltschonender, abgasarmer und alternativ betriebener Fahrzeuge fördern sollte.

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