Wahlkampf: Katholische Aktion mahnt glaubwürdige Politik ein

KAÖ-Präsidentin Derschmidt: Politiker bieten derzeit vor allem für Jugend "beschämendes Schauspiel" - "Politik muss mehr anbieten als Wahlzuckerl und populistische Argumente"

Wien, 19.9.08 (KAP) Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) mahnt eine glaubwürdigere Politik ein. KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt sprach am Freitag in einer Presseaussendung von einem "beschämenden Schauspiel", dass Politikerinnen und Politiker derzeit für die Jugend und insbesondere für Erstwählerinnen und Erstwähler bieten würden. Die KAÖ-Präsidentin verweist auch auf eine Studie des Instituts für Jugendkulturforschung, wonach etwa 70 Prozent der 16- bis 19-Jährigen die Politik heute weniger glaubwürdig einschätzen als früher.

"Unsere Jugend ist ernsthaft und kritisch," so Derschmidt, "da muss die Politik mehr anbieten als Wahlzuckerl und populistische Argumente, wenn sie nicht den Rest an Glaubwürdigkeit verspielen will." Gewählte Volksvertreter sollten deutlich ernsthafter - in Inhalt und Stil - mit ihrer Verantwortung für alle Österreicher umgehen und die Zukunft insbesondere der Jugend im Blick haben. Es könne nicht sein, dass Jugend vor allem dann als Argument ins Spiel kommt, wen es um eine zu vermeidende höhere Staatsverschuldung geht, so die KAÖ-Präsidentin.

Sie fordert eine verstärkte Investition in das "Zukunftspotenzial Jugend", und das bedeute "Investition in Bildung, Bildung und noch einmal Bildung." Dazu zählten etwa die Steigerung der Qualität der Vorschulerziehung, Fördermaßnahmen bei Begabungen und Schwächen, verbesserte Ausbildung und Unterstützung des Lehrpersonals, die Schaffung von Ausbildungsplätzen und Förderung von Lehrlingen sowie die Ermöglichung des Zugangs zu einer Bildung mit hoher Qualität auf allen Ebenen bis hin zu Hochschulen und Universitäten.

Großen Nachholbedarf ortet die KAÖ-Präsidentin auch im Umweltbereich. Sie verweist auf den aktuell vorletzten Platz, den Österreich innerhalb der EU bei der Erreichung der Kyoto-Ziele einnimmt. Die Politik sei gefordert, ein realistisches Bild der Situation zu zeichnen und endlich nachhaltige Maßnahmen zu setzen, so Derschmidt. Sie betont zugleich, dass gerade die Jugend bei Fragen zu Umwelt und Ökologie besonders sensibel sei.

Derschmidts abschließender Appell an alle Wahlberechtigten: "Auch wenn Ihnen manches 'faul' zu sein scheint im Staate Österreich - oder gerade deshalb: Üben sie Ihr Recht aus und gehen sie wählen!" (ende) K200808351
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