"Sanfte Chirurgie": Einladung zur Feier 15 Jahre Ludwig Boltzmann Institut für operative Laparoskopie -26. 9. im Alten Rathaus in Linz

Wien (OTS) - Am AKH Linz leistete das Team um Institutsleiter Wolfgang Wayand wissenschaftliche Pionierarbeit in der Forschung minimal-invasiver Chirurgie. Das erfolgreiche Ludwig Boltzmann Institut setzt auch weiterhin Trends und widmet sich künftig dem Schwerpunkt "schmerzfreie Chirurgie".

Laparoskopie oder Bauchspiegelung bezeichnet eine Methode der medizinischen Praxis, bei der die Bauchhöhle mit speziellen optischen Instrumenten über einen Bildschirm sichtbar gemacht wird. Die operative Laparoskopie ermöglicht heute therapeutische Eingriffe, die in der Regel wesentlich schonender für Patienten sind als das Verfahren der offenen Operationstechnik mittels Bauchschnitt. Die dabei entstehenden Schnitte sind klein, verursachen postoperativ weniger Schmerzen, verheilen rasch und hinterlassen kaum sichtbare Narben.

Das AKH Linz war österreichweit jenes Spital, das sich erstmals mit minimal-invasiver Chirurgie beschäftigte. Primarius Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand, Leiter der Abteilung für Chirurgie II, entfernte 1990 als erster hierzulande eine Gallenblase (Cholezystektomie) nach der neuen Methode. In Anerkennung dieser Kompetenz wurde 1993 an jener Abteilung das Ludwig Boltzmann Institut für operative Laparoskopie gegründet, an dem acht Chirurgen wissenschaftlich forschen.

Im vergangenen Jahr 2007 führte die Ludwig Boltzmann Gesellschaft eine Evaluierung von 16 Ludwig Boltzmann Instituten und zweier Cluster durch. Dafür erstellten Wissenschafter zunächst Gutachten über die einzelnen Institute, welche im nächsten Schritt einer internationalen, fünfköpfigen Experten-Jury vorgelegt wurden. Diese gab schließlich Empfehlungen an den Vorstand der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, ob die Institute nach ihrem Dafürhalten weiterzuführen oder zu schließen wären..

Die Leistungen des Ludwig Boltzmann Instituts für operative Laparoskopie wurde von der Jury gewürdigt, und eine Weiterführung empfohlen. Besonders hervorgehoben wurde die Tatsache, dass sich im Umfeld des Instituts mehrere Ärzte habilitieren konnten, was sich insgesamt auch im hohen Niveau der wissenschaftlchen Publikationen ausdrückt.

Für die kommrnden Jahre wird der Forschungsschwerpunkt des Ludwig Boltzmann Instituts auf das Thema "Schmerzfreie Klinik" gerichtet sein. Wissenschaftliche Grundlage dieser Wahl sind Publikationen aus verschiedenen operativen Disziplinen, die zeigen, dass 40 bis 50 Prozent der Patienten unter starken postoperativen Schmerzen leiden.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand dazu: "Umso erstaunlicher ist es, dass europaweit in nur wenigen Krankenhäusern ein Konzept über das Management dieser Schmerzen vorliegt. Meist werden Schmerzen erst 'on demand' behandelt, also wenn der Patient Schmerzen äußert. Die Etablierung eines Schmerzmanagements ist daher eine wesentliche Prämisse, um diesen nicht zufrieden stellenden Zustand zu ändern".

Auch gebe es Daten, die darauf hinweisen, dass ein hoher postoperativer Akutschmerz ein wesentlicher Prädikator für die Chronifizierung von Schmerzen darstellt.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand weiters: "Der Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Arbeit wird die logische Weiterentwicklung von der traditionellen offenen Chirurgie über die minimal- invasive Chirurgie zur möglichst schmerzfreien Chirurgie bedeuetn. Die Evaluierung der klinischen Schmerzsituation der Patienten während der nächsten Monate wird die Voraussetzung dafür sein, dass wir gemeinsam mit dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin in Köln unter Prof. Dr. Edmund Neugebauer das Ziel haben, als erste chirurgische Abteilung als "Schmerzfreie Klinik" zertifiziert zu werden".

Termin: 15 JAHRE LUDWIG BOLTZMANN INSTITUT FÜR OPERATIVE LAPAROSKOPIE

Ort: Altes Rathaus, Hauptplatz 1, 4020 Linz
Zeit: 26. 9. 2008, 18.00 bis 20.00

Am Programm stehen Talkrunden über die Bilanz des Instituts, politische Rahmenbedingungen zur Föderung der medizinischen Wissenschaft in Österreich, sowie Kooperationsmöglichkeietn der medizinischen Forschung.

Teilnehmer sind: Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand, Dr. Heinz Brock, Medizinischer Direktor des AKH Linz, DI Dr. Knut Consemüler, Vorsitzender des Rat für Forschung und Technologieentwicklung, Univ.-Doz. Dr. Andreas Shamiyeh, II. Chirurgische Abteilung AKH Linz, Landesrat KR Viktor Sigl, Landtagsabgeordnete Dr. Julia Röper-Kelmayr, Prof. (FH.) DI Dr. Martin Zauner, Studiengangsleiter für Medizintechnik der Fachhochschule Linz, Mag. Claudia Lingner, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.
Moderation: Dr. Johannes Jetschgo, ORF Landestudio Oberösterreich

Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Seit einer umfassenden Organisationsreform 2002 werden Ludwig Boltzmann Institute (LBI) aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem Begutachtungsverfahren eingerichtet. Ein besonderes Merkmal von Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit institutionellen Partnerorganisationen

Rückfragen & Kontakt:

OA Univ-Doz. Dr. Andreas Shamiyeh
2. Chirurg. Abtlg. AKH Linz, Tel: 0732/7806-2133

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