Neues Volksblatt: "Mathematik" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. September 2008

Linz (OTS) - Keine Frage: Ein eigenes Schulfach "Politische
Bildung" hat durchaus Charme. Wer die Spielregeln unserer repräsentativen Demokratie kennt, ist vielleicht nicht ganz so anfällig für Populismen aller Art, mit denen in Wahlkampfzeiten um Stimmen gebuhlt wird. Und wer die Spielregeln der Europäischen Union kennt, sieht vielleicht nicht in allem und jedem den Sündenbock in Brüssel.
Gewisse Zweifel muss man trotzdem hegen ob es für einen Wahlkampf wie diesen mit politischer Bildung getan ist, um den Wählern eine seriöse Entscheidung zu ermöglichen. Ist es nicht so, dass derzeit mathematisches Wissen eigentlich viel gefragter wäre? Schließlich sollte man erahnen können, welche Auswirkungen es hat, wenn mit den (nicht vorhandenen) Milliarden nur so durch die Gegen geworfen wird. Wahlzuckerl sind keine Geschenke sondern Kredite, die am Ende alle -egal ob sie den Verheißungen auf den Leim gegangen sind oder nicht -teuer bezahlen. Das Erkennen einer Zinsbelastung aus ungedeckten Versprechungen ist mindestens so wie wichtig wie zu wissen, wie viele Abgeordnete im Parlament sitzen. Auf die Mathematiklehrer kommt eine verantwortungsvolle Aufgabe zu.

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