Greenpeace fordert zumutbare UVP-Verhandlung

Kritik an burgenländischen Behörden wegen MVA Heiligenkreuz

Oberwart/Wien (OTS) - Anlässlich der heute und morgen in Oberwart stattfindenden UVP-Verhandlung zur Errichtung einer Abfallverbrennungsanlage in Heiligenkreuz übt Greenpeace heftige Kritik an den zuständigen burgenländischen Behörden.

"Die Verhandlung wurde für zwei volle Arbeitstage angesetzt und findet rund eine Autostunde vom geplanten Bau der Anlage statt", kritisiert Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster. "Somit ist es vielen besorgten Anrainern unmöglich gemacht worden, daran teilzunehmen", so Schuster. Zudem bemängelt Greenpeace, dass es für die zweitägige Veranstaltung nicht einmal eine fixe Agenda gibt, und die notwendigen Unterlagen weder vom Betreiber RVH/BEGAS noch vom Land Burgenland via Internet veröffentlicht wurden. Daher fordert Greenpeace eine Neuaustragung der UVP-Verhandlung in den betroffenen Gemeinden und zu einem Zeitpunkt, an dem die besorgten Anrainer auch Zeit dafür finden.

"Selbst rumänische Behörden sind bei UVP-Verfahren bürgerfreundlicher als die burgenländischen", zeigt sich Schuster verärgert. So gab es zum Beispiel bei einem UVP-Verfahren für die Errichtung einer Goldmine in Rumänien mehr als fünfzehn Verhandlungen in allen betroffenen Orten wie auch in der Bezirks- und Landeshauptstadt. Weiters waren alle Projektunterlagen sowohl in der Landessprache als auch in englischer Sprache verfügbar.

Umfang und Qualität der vorhandenen Gutachten zur MVA Heiligenkreuz sind ebenfalls nicht zumutbar: Betroffene Bürger müssen sich durch 24 Gutachten mit insgesamt 906 Seiten kämpfen, eine brauchbare Zusammenfassung gibt es nicht. "Die burgenländischen Behörden müssen das Verfahren wiederholen, um den Anrainern eine adäquate Möglichkeit zu geben, gegen die sinnlose Müllverbrennungsanlage Stellung zu beziehen", fordert Schuster.

Greenpeace hat sich bereits vor geraumer Zeit gegen die Errichtung dieser geplanten Anlage ausgesprochen. Darin sollen mehr als 300.000 Tonnen Müll pro Jahr verbrannt werden, wovon maximal 30.000 Tonnen aus dem Burgenland selbst kommen können. Der Rest wird aus dem Ausland importiert werden, vermutlich aus Italien oder der Balkanregion.

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DI Herwig Schuster, Greenpeace Österreich
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