Neues Volksblatt: "Opferschutz" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 12. September 2008

Linz (OTS) - Ein wenig beruhigend ist es schon, dass auch in Wahlkampfzeiten noch sinnvolle Einigungen möglich sind und sich Politik nicht vollends in der populistischen Lächerlichkeit kostspieliger und unsinniger Wahlversprechens-Lizitationen (Mehrwertsteuer-Halbierung!) erschöpft. Die späte Verständigung von ÖVP und SPÖ auf stärkere Sanktionen gegen Sexualstraftäter und einen besseren Schutz für Verbrechensopfer - ein Thema, das die heutige Innenministerin Maria Fekter schon vor Jahren noch als ÖVP-Justizsprecherin gegen manch' Ignoranz in anderen Parteien vorantrieb - bedeutet einen solchen Hoffnungsschimmer politischer Seriosität (abseits der Tatsache, dass sich die ÖVP über die Erledigung eines ihrer offensiv betriebenen Wahlkampfthemen freuen kann). Denn viel zu oft wurden und werden Opfer von Verbrechen nach der Tat gleich nochmals zum Opfer gemacht - durch Stigmatisierung in der Gesellschaft, ihre Situation vor Behörden, in ihrem oft mühseligem Kampf um Gerechtigkeit und Entschädigung, durch hemmungs-und charakterlosen Voyeurismus diverser Massenmedien. Solche Zustände zu beenden ist freilich nicht nur die Politik, sondern jeder Einzelne gefordert.

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