Deloitte lud internationale Finanzelite nach Wien

Finanzkrise noch lange nicht ausgestanden - einheitliche Forderung nach weiterer Verstärkung der Regulatorien und der Corporate Governance

Wien (OTS) - Die Subprime-Krise in den USA hat vergangenen Sommer die internationale Finanzindustrie eingeholt. Experten zufolge ist ein Ende der Krise nicht absehbar. Als die führende Prüfungs- und Beratungsgesellschaft in der Finanzindustrie hat Deloitte einen Blick in die Zukunft gewagt und lud nationale und internationale Experten zum Dialog in die Österreichische Kontrollbank ein.

"Die Experten sind sich einig: ein Ende der Finanzkrise ist noch nicht in Sicht" erklärte Deloitte Partner Dominik Damm anlässlich des Deloitte FSI (Financial Service Industry) Day, der heuer zum ersten Mal stattfand. "Es zeigt sich ganz klar, dass Regulatorien und Corporate Governance Maßnahmen deutlich verstärkt werden müssen", unterstrich Kurt Blecha, Deloitte Partner. Die Tagung richtete sich insbesondere an Führungskräfte aus der Finanzindustrie sowie an Vertreter von Finanz- und Aufsichtsbehörden.

Deutsche Bank, Breuer: Wir brauchen kompetente und politisch unabhängige Aufsichtsräte

"Politiker raus aus den Aufsichtsräten", forderte Rolf-E. Breuer, ehem. Vorsitzender der Deutschen Bank, in seinem Referat. Als ein weiteres wesentliches Problem der Finanzindustrie sah Breuer das derzeit übliche Bonussystem von zahlreichen Investmentbanken. Vehement forderte er qualitativ bessere Aufsichtsräte, die mit Kompetenz und politscher Unabhängigkeit überzeugen und den komplexen Produkten der Finanzindustrie Parole bieten können.

Bank Austria, Vivaldi, prognostiziert extremes Wachstum im CEE-Raum

Für den Standort Österreich spielt insbesondere das Zusammenwachsen mit zentral-, und osteuropäischen Banken eine große Rolle. Carlo Vivaldi, CFO der Bank Austria, UniCredit Group, diagnostizierte ein sehr hohes Expansionspotenzial im CEE-Raum. "Dabei ist dem organischen Wachstum Vorrang gegenüber M&A Transaktionen zu geben", so Carlo Vivaldi.

Banca d’Italia, Carosio: konsequente Harmonisierung der internationalen Aufsichtsmaßnahmen unbedingt erforderlich

"Wir müssen die konsequente Harmonisierung der aufsichtsrechtlichen Maßnahmen in Europa forcieren und dafür die nationalen Wahlrechte bei der Umsetzung von europäischen Direktiven reduzieren", stellte Giovanni Carosio, stv. Generaldirektor der Banca d’Italia und Vize-Präsident der CEBS - Committee of European Banking Supervisors fest. Die Ambitionen von CEBS gehen in Richtung einer Vereinheitlichung der EU Bankenrichtlinien, um EU-weit vergleichbare bankgeschäftliche Grundlagen zu schaffen. Zudem sieht Carosio als unmittelbare Reaktion auf die derzeitige Finanzkrise zahlreichen Verbesserungsbedarf bei aufsichtsrechtlichen Richtlinien und Reglementierungsbedarf in bisher ungeregelten Bereichen der Finanzindustrie.

OeNB, Ittner fordert Verstärkung des Risikomanagements innerhalb der Finanzindustrie

Andreas Ittner, Mitglied des Direktoriums der Österreichischen Nationalbank, forderte in seinem Referat ein klares Bekenntnis zum Risikomanagement. In diesem Zusammenhang schlug Ittner vor, die aktive Zusammenarbeit zwischen der Industrie, den Aufsichtsbehörden und den externen Prüfern zu verstärken. Dabei sollte die Aufsichtsbehörde eine Coaching- Funktion einnehmen.

Im Laufe der Veranstaltung kamen u.a. auch Dirk R. Notheis, Vorstandsmitglied von Morgan Stanley, Federico M. Bandi, Professor an der University of Chicago, und Patrick Butler, Vorstandsmitglied der Raiffeisen Zentralbank Österreich zu Wort, um Investmentbanking-Trends, oder Themen wie alternative Investments, Preisbildung oder die globale Kreditverknappung zu diskutieren. Eine hochkarätig besetzte Paneldiskussion rundete die Veranstaltung mit der Frage nach den Erfolgsformeln der Finanzmarktindustrie ab.

Den Schlusspunkt setzte ein Cocktailempfang "Austria as a financial centre" unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Dr. Martin Bartenstein.

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