Silhavy: Keinerlei Rechtfertigung für jegliche Form der Gewalt gegen Frauen

Opferschutz als Kernaufgabe

Wien (SK) - "Gewalt an Frauen ist ein weltweites Phänomen und hat vielfältige Ausformungen. Jährlich sind zum Beispiel drei Millionen Mädchen weltweit von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht. Gewalt an Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung und darf in keinem Land, keiner Kultur und keiner Religion akzeptiert werden", so Frauenministerin Heidrun Silhavy heute bei der Präsentation einer neuen Informations- und Service-Broschüre zum Thema "Traditionsbedingte Gewalt". An der Präsentation teilgenommen haben auch die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits und Saida Stadler von der Beratungs-, Bildungs- und Kulturinitiative Orient Express. ****

"Es ist sehr wichtig zu betonen, dass Gewalt an Frauen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, Kulturen und Religionen vorkommt. Es darf hier keine Pauschalverurteilungen geben", so Silhavy, die gleichzeitig betonte, dass der Schutz von Gewaltopfern eine Kernaufgabe sei. "Die Einrichtung von Notwohnungen für Betroffene von Zwangsheirat, die auch im Regierungsprogramm verankert ist, muss auch der nächsten Bundesregierung ein wichtiges Anliegen sein", forderte Silhavy.

Traditionsbedingte Gewalt gebe es auch in Österreich und betreffe in hohem Maß Migrantinnen. "Migrantinnen sind in unserer Gesellschaft doppelt benachteiligt: als Ausländerinnen und als Frauen", so die Frauenministerin. Gewalttatbestände seien gesetzlich verboten und es brauche auch keine neuen Begriffe wie "Kulturdelikte", die zu verzerrenden Zuordnungen führen können. Viel wichtiger sei es, so Silhavy, die verschiedenen Formen und Ursprünge von Gewalt aufzuzeigen und Hilfestellungen anzubieten.

"Ein wesentlicher Punkt bei traditionsbedingter Gewalt ist die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, die wir mit der neuen Informations- und Service-Broschüre einen Schritt weiter bringen", so Silhavy. Neben Informationen zu den Themen weibliche Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Ehrenmord und Steinigung bietet die Broschüre einen ausführlichen Serviceteil mit Beratungseinrichtungen und Lesetipps (Download- und Bestellmöglichkeit unter www.frauen.bka.gv.at). Aus dem Budget der Frauenministerin wurden bereits und werden zahlreiche Beratungs- und Hilfs-Projekte für von Gewalt betroffene oder bedrohte Mädchen und Frauen unterstützt. Die Frauenministerin bietet unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/202011 ein mehrsprachiges (kurdisch, türkisch, russisch und ukrainisch) Migrantinnen-Service an. Von 5. bis 25. November wird im Frauenministerium die Ausstellung "Tatmotiv Ehre" gezeigt, die eine weitere Maßnahme zur Aufklärung und Sensibilisierung vor allem für Schülerinnen und Schüler ist. (Schluss) cl

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