Fichtenbauer: Skandalöse und folgenschwere Defizite in Friedrich-Gutachten

FPÖ fordert sofortige Streichung von Prof. Max Friedrich aus Sachverständigenliste

Wien (OTS) - "Max Friedrich hat sich eine überproportionale Maßgeblichkeit aufgebaut. Seine mediale Präsenz hat eine massenphänomenologische Problemstellung überdeckt" Mit diesen Worten leitete FPÖ-Justizsprecher NAbg Dr. Peter Fichtenbauer seine heutige Pressekonferenz ein. "Was wir heute über Friedrich-Falschgutachten wissen, ist kein Blitz aus heiterem Himmel. Etliche Richter haben bereits seit längerem auf ihn als Sachverständigen verzichtet."

In der Folge skizzierte der freiheitliche Justizsprecher den konkreten, betroffen machenden Fall eines Vaters, der aufgrund eines Friedrich-Gutachtens 21 Monate lang schuldlos im Gefängnis saß, weil er angeblich seine Tochter missbraucht hatte. "Dieser Fall wiegt schwerer als Körperverletzung", führte Fichtenbauer aus. "Und er kam nur dank eines Fehlgutachtens von Herrn Friedrich zustande." Nicht ohne Grund habe ein deutscher Experte die Gutachtenstätigkeit Friedrichs als "katastrophal" bezeichnet.

"Das Empörende daran ist", so Fichtenbauer, "mit welcher Überheblichkeit sich Friedrich über derartige Vorwürfe hinwegsetzt. "Natürlich hängen Urteile maßgeblich vom Sachverständigen-Gutachten ab. Das Gericht muss sich absolut auf ihre Richtigkeit verlassen können." Der FPÖ-Justizsprecher zitierte den relevanten gesetzlichen Rahmen und hielt fest, dass Friedrichs Arbeitsweise bereits gerichtsbekannt gewesen sei, weshalb man tatsächlich von einem Justizskandal sprechen müsse.

Ein Akt aus dem Bezirksgericht Döbling unterstreiche diese Arbeitsweise. Friedrich habe stets zu viele Aufträge angenommen, dem Einzelfall somit nicht die erforderliche Sorgfalt gewidmet. "Es geht hier um das Besuchsrecht eines Vaters. Der Auftrag hierfür ein Gutachten zu erstellen, ist mit November 2002 datiert. Im Februar 2004 kam dann das Gutachten, das vom Gericht als unbrauchbar eingestuft wurde. Fünfmal musste ein ergänzendes Gutachten urgiert werden. Schließlich wurde ein zweiter Sachverständiger hinzugezogen. Am Ende zog der Vater seinen Antrag zurück."

Dieser und ähnliche Fälle zögen sich als roter Faden durch Friedrichs Wirken, betonte Fichtenbauer. Friedrich würde aber nach wie vor von einer massiven Lobby getragen, weil man ihm zu lange untätig zugeschaut habe, um mit seiner Demaskierung nicht auch eigene Fehler einzugestehen. Hier sei vor allem auf Friedrichs Exzellenzphase, seine Fernseh-Präsenz - für die er, im Unterschied zu seiner Gutachter-Tätigkeit stets Zeit habe - und die Macht der Gewohnheit zu verweisen.

Abschließend formulierte Fichtenbauer die wesentlichsten, aus dem aktuellen Wissensstand abzuleitenden FPÖ-Forderungen. "Erstens verlangen wir die sofortige Streichung Friedrichs von der Sachverständigenliste. Zweitens handelt es sich bei Friedrichs Fehlgutachten offenbar um ein Massenphänomen, weshalb eine Task Force aus zwei Richtern und zwei Sachverständigen mit einer systematischen Aufarbeitung betraut werden sollte. Drittens ist den jetzt auf den Plan tretenden Rein- und Weißwaschern entschieden entgegen zu treten und viertens muss es künftig ein Qualitätsmonitoring im Bereich Kindesmissbrauch geben. Dieses heikle Gebiet muss seriös behandelt werden, was derzeit aber nicht der Fall ist, weil der Anteil der Fehlanzeigen bei sage und schreibe 50 Prozent liegt."

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