Silhavy: Die Probleme der Frauen über 50 verdienen mehr Aufmerksamkeit

Frauenministerin Heidrun Silhavy lud zum 5. Impulscafe des "Frauenkompetenznetzes" ins Bundeskanzleramt. Thema war "Best age: Förderung für Frauen 50+"

Wien (OTS) - "Ich bin auch über 50 Jahre alt, habe viel Energie
und fühle mich noch lange nicht überflüssig!", eröffnete die Frauenministerin die überaus gut besuchte Diskussionsveranstaltung, "Doch leider haben Frauen in diesem Alter meist ernsthafte Probleme am Arbeitsmarkt. Daher hat dieses Thema unsere Aufmerksamkeit verdient." Tatsächlich stehen nur 28 Prozent der weiblichen "Best-Ager" im Erwerbsleben, von allen berufstätigen Frauen seien nur 17 Prozent über 50, berichtete Arbeiterkammer-Expertin Ingrid Moritz. Vor allem in den Branchen Handel, Gastronomie und Finanzen seien Frauen über 50 deutlich unterrepräsentiert.

Meist bestimmten Stereotypen, klassische Vorurteile, das Bild der Frauen jenseits der 50: Zu alt, zu unflexibel, zu wenig innovativ, zu viele Krankenstände. Vorurteile, die die Statistik zumindest im Bereich der Krankenstände deutlich widerlege, so Silhavy. Frauen werden nicht selten ab einem gewissen Alter hinaus gemobbt, oft würden sie aber auch von Seiten der Familie gedrängt, zu Hause zu blieben. Allerdings dann genauso oft alleingelassen, wenn die Familienbande in die Brüche gehe. Das "Sicherheitssystem Ehe" sei jedenfalls höchst unsicher. Vielen blieben nur prekäre Beschäftigungsverhältnisse oder der Weg in die Selbständigkeit, mit Einkünften, die oft nicht zum Bestreiten des Lebensunterhaltes ausreichen. Um glücklich älter zu werden, bedarf es aber Gesundheit, funktionierende Beziehungen und Geld, waren sich die Expertinnen einig.

Doch auch die präsentierten Lösungsansätze der Hauptreferentin Manuela Vollmann, Geschäftsführerin der Fraueninstitution abz*austria, die vor allem lebenslanges Lernen propagierte, wurden kontroversiell diskutiert. Aus- und Weiterbildung seien zwar wie Mobilität wichtige Faktoren am Arbeitsmarkt, doch viele Frauen seien gut ausgebildet und dennoch nicht mehr vermittelbar. "Da brauchen wir noch viel Phantasie", bestätigte auch Arbeitsmarkt Expertin Susanne Dungl. Die Anstrengungen des AMS richten sich derzeit auf die Vermeidung von Arbeitslosigkeit durch betriebliche Frauenförderung. Denn in den meisten Unternehmen würden Fortbildungsmaßnahmen vor allem auf junge männliche Mitarbeiter ausgerichtet. "Da können wir Anreize für Umschichtungen schaffen."

"Wir müssen vor allem das Image der Frauen über 50 verbessern!", kündigte Frauenministerin Silhavy an. Denn Erfahrung und Kontinuität seien Werte, die Betriebe zunehmend brauchen werden. Die Unternehmen sollten in ihre Best-Ager investieren anstatt sie loswerden zu wollen. Eine Imagekampagne wäre ein erster Schritt dazu.

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