BetriebsrätInnen der IT-Branche machen Druck für IST-Erhöhung im Kollektivvertrag

Unverständnis und Ärger über Verhalten der WKÖ

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - Am Mittwoch versammelten sich im Gebäude der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) etwa 150 BetriebsrätInnen der IT-Branche, um für die Durchsetzung einer IST-Erhöhung bei den bevorstehenden Kollektivvertragsverhandlungen Druck zu machen. Geplant sind betriebliche Informations- und Unterstützungsaktionen, Ende Oktober soll in einer großen Beschäftigtenversammlung in Wien der Forderung Nachdruck verliehen werden. ++++

Bislang wurden in der IT-Branche nur die kollektivvertraglichen Mindestgehälter jährlich erhöht. Durch eine, wie in den meisten anderen Branchen übliche IST-Erhöhung würden auch die tatsächlichen Gehälter angehoben werden. Profitieren würden davon vor allem die über dem Mindestgrundgehalt bezahlten IT-Beschäftigten, in der Summe der überwiegende Teil der Betroffenen.

Bei den Kollektivvertragsverhandlungen im vergangenen Jahr einigten sich die KV-Partner zunächst auch auf ein IST-Gehaltsmodell für die rund 30.000 Beschäftigten der Branche. Diese Einigung wurde dann jedoch vom zuständigen Fachverband der Unternehmensberater und Informationstechnologie (UBIT) in der WKÖ revidiert. "Die Vorjahreslösung ist damit Geschichte, wir führen keine neuen Modelldiskussionen mehr, eine nachhaltige IST-Erhöhung und Beachtung der bisherigen betrieblichen Lösungen ist unser Ziel", bestätigt auch Karl Proyer der Stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-DJP.

Unter den BetriebsrätInnen herrscht nach wie vor Ärger und Unverständnis über die Haltung der WKÖ. In der gestrigen Versammlung wurde auf die nach wie vor hervorragende Ertragslage der österreichischen IT-Branche hingewiesen, von der aber immer weniger tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt während der Arbeits- und Leistungsdruck ständig steigt. Viel Unterstützung finden die Anliegen der IT-BetriebsrätInnen bei BetriebsrätInnen aus der Elektroindustrie, dem Finance-Bereich, dem Versicherungs-Bereich oder dem Sozialversicherungsbereich, nachdem in nächster Zeit weitere Ausgliederungen von IT-Bereichen aus Unternehmen dieser Branchen drohen. Insofern kommt der künftigen Struktur des IT-Kollektivvertrages für die von Ausgliederung betroffenen ArbeitnehmerInnen eine große Bedeutung zu.

"Die GPA-DJP ist nicht mehr bereit, strategische Kollektivvertragsflucht mancher Konzerne und Unternehmungen hinzunehmen, große Unternehmungen haben mit Duldung der WKÖ den Bogen überspannt und wenn es heuer irgendwo einen heißen Herbst gibt, dann findet er in der IT-Branche statt", so Proyer abschließend.

Die IT-Kollektivvertragsverhandlungen beginnen am 7. Oktober 2008, eine weitere Verhandlungsrunde ist für den 3. November 2008 vereinbart.

Mehr dazu im Internet unter www.gpa-djp.at/it

ÖGB, 11. September 2008 Nr. 498

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